SOS-Kinderdorf Palästina hat ein Lager in Al Mawasi aufgebaut.
Palästina

SOS-Kinderdorf in Palästina

Gaza: Hilfe unter anhaltend schwierigen Bedingungen 

Das SOS-Kinderdorf-Camp in Khan Yunis im Süden des Gazastreifens bleibt ein zentraler Zufluchtsort für Familien, die weiterhin unter den Folgen des Krieges leben. Nach der Zerstörung des SOS-Kinderdorfs in Rafah fanden Kinder, Familien und Mitarbeitende hier Schutz. Derzeit leben 109 Menschen im Camp, darunter 51 Kinder, 13 Betreuende und fünf Mitarbeitende. Die Versorgung bleibt herausfordernd: Viele Familien leiden unter einem akuten Mangel an Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser sowie Hygiene- und Sanitärartikeln und anderen lebenswichtigen Gütern. 
Kinder werden durch wiederholte Vertreibungen, überfüllte Unterkünfte und fehlende sichere Orte zum Spielen in ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit beeinträchtigt. Der Mangel an Hygiene- und Sanitärmaterialien trägt zudem zur Ausbreitung von Krankheiten bei. Angst, Gewalt, Unsicherheit und Instabilität prägen den Alltag vieler Kinder und haben erhebliche Auswirkungen auf ihre emotionale Entwicklung und ihr Wohlbefinden. 
Unser Team im Gazastreifen leistet weiterhin humanitäre Nothilfe und unterstützt Kinder und Familien. Seit Anfang 2026 sind alle Programme in Gaza in ein umfassendes Nothilfeprogramm überführt worden, das inzwischen mehr als 70.000 Binnenvertriebene, darunter über 32.000 Kinder, erreicht.  
Stand: 17.07.2026
Seit Oktober 2023 haben bereits rund 50.000 Menschen von den Hilfsmaßnahmen von SOS-Kinderdorf Palästina profitiert – darunter etwa 35.000 Kinder. Das Team bereitet sich darauf vor, seine Unterstützung zu erweitern, um den unmittelbaren Bedürfnissen der vom Krieg betroffenen Kinder und Familien gerecht zu werden durch: 
  • Familienzusammenführung und -stärkung: Unterstützung bei der Wiedervereinigung getrennter Kinder mit ihren Familien sowie fortlaufende finanzielle, soziale und psychologische Hilfe.
  • Notfallhilfe für Familien: Bereitstellung von Bargeldhilfen, Lebensmitteln und weiteren dringend benötigten Gütern für betroffene Haushalte.
  • Psychosoziale und gemeinschaftsbasierte Unterstützung: Fortführung von Gruppen- und Einzelberatungen sowie Freizeitaktivitäten für Kinder, um ein Gefühl von Normalität wiederherzustellen.
  • Bildungs- und Gesundheitsförderung: Unterstützung beim Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsdiensten für Kinder und Familien. 
 

SOS-Kinderdorf Rafah komplett zerstört

Anfang des Jahres mussten die Mitarbeitenden feststellen, dass das SOS-Kinderdorf Rafah in Gaza vollständig zerstört worden war. „Die ehemaligen Wohnhäuser liegen in Trümmern“, sagte Reem Alreqeb, stellvertretende Direktorin von SOS-Kinderdorf Rafah. „Wir stehen vor der Aufgabe, das SOS-Kinderdorf komplett neu aufzubauen.“ Da die Kinder kein Zuhause mehr haben, werden sie voraussichtlich noch lange in provisorischen Unterkünften leben müssen. 
Insgesamt 68 Kinder, 11 Betreuungspersonen und ihre Familien waren im März 2024 aus dem SOS-Kinderdorf Rafah ins Westjordanland evakuiert worden. Die Kinder waren zwischen zwei und 14 Jahren alt und hatten vor dem Krieg die elterliche Fürsorge verloren. Sie leben seitdem im SOS-Kinderdorf Bethlehem. 

Interviews zur Arbeit im Gazastreifen


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