Seit Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. In Deutschland halten sich laut UNHCR aktuell rund 1 Mio. Geflüchtete aus der Ukraine auf (Quelle: UNHCR, Stand: Juni 2023). Hatten nach der ersten Flüchtlingswelle viele Familien den Wunsch, in ihre Heimat zurückkehren, schwindet diese Hoffnung inzwischen. Für viele Menschen bedeutet das, sich völlig neu zu orientieren. Eine Grundlage dafür und eines der drängendsten Themen ist aktuell, dauerhaften Wohnraum zu finden. Die Bedarfe sind aber bei weitem nicht nur materieller Natur: Es braucht auch Angebote, die Erfahrungen von kriegerischer Gewalt und Flucht aufarbeiten helfen.
Das Ankommen erleichtern
Ein kurzer Rückblick: Einrichtungen von SOS-Kinderdorf e.V. bereiten sich binnen kürzester Zeit auf das Ankommen der ersten Geflüchteten aus der Ukraine im März 2022 vor. Es werden Kapazitäten aufgestockt, um den Menschen mit dem Nötigsten zu helfen. So zum Beispiel im SOS-Kinderdorf Niederrhein am Standort Kleve-Materborn.
In Windeseile werden Zimmer, Appartements und Häuser hergerichtet, damit in den ersten Kriegswochen rund 30 Frauen mit ihren Kindern sowie alleinstehende Seniorinnen eine Bleibe finden können. „Viele brauchten erst einmal Ruhe, mussten wieder Kraft gewinnen“, erinnert sich Einrichtungsleiter Peter Schönrock.
Die Geflüchteten – zu rund zwei Dritteln sind es Frauen und viele davon mit Kindern – werden in vorhandenem, freien Wohnraum in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf untergebracht. Eine Herausforderung stellt die Sprachbarriere dar: Muttersprachler*innen und Dolmetscher*innen werden – weiterhin – händeringend gesucht. Sie unterstützen bei Behördengängen, zum Beispiel für Aufenthaltsbescheinigungen und Arbeitsgenehmigungen, bei Anträgen für Sozialleistungen aber auch bei Arztterminen.
Mit der anhaltenden Dauer des Kriegs im Heimatland der geflüchteten Menschen geht es zunehmend um die Themen Wohnungssuche, die Schul- und Kitaanbindung, die Suche nach Sprachkursen sowie Freizeitangeboten, die den Menschen helfen, hierzulande „anzukommen“ und ein Stück weit Normalität zu erleben.
