Das SOS-Kinderdorf Berlin hat sich auf den Weg gemacht, ein inklusiver Arbeitgeber für Menschen mit körperlicher, psychischer oder geistiger Behinderung zu werden. 2022 startete die Einrichtung zwei Projekte:
Ein „Leuchtturmprojekt“, in dem Jugendliche und junge Erwachsene für die Ausbildung gewonnen und qualifiziert werden sollen. Und das „Pilotprojekt“, das gezielt pädagogische Fachkräfte mit Behinderung anspricht. Der Ansatz hier: Menschen mit Behinderung bewerben sich auf reguläre Stellen und werden nicht als zusätzliche Ressource ins Team geholt.
Mit Kirsten Spiewack, ehemalige Einrichtungsleiterin von SOS-Kinderdorf Berlin, sprachen wir über das Pilotprojekt zur Gewinnung pädagogischer Fachkräfte und was der Wandel hin zu einem inklusiven Arbeitgeber für sie bedeutet.
- Von der Idee zum Projekt
- Inklusion vs. Integration
- Ein inklusiverer Arbeitgeber werden: Spielräume nutzen
- Miteinander lernen und sich neu organisieren
- Was bedeutet Inklusion am Arbeitsplatz?
- Grenzen, Chancen und die Rolle der Grundhaltung
Ein inklusiver Arbeitgeber werden – klar geht das!
Das Projekt zur Inklusion pädagogischer Fachkräfte mit Beeinträchtigungen im SOS-Kinderdorf Berlin begann mit einem Anliegen, das eigentlich einen anderen Fokus hatte: der Wiedereingliederung langzeiterkrankter Mitarbeiter*innen. „Wir bemerkten, dass wir einen hohen Anteil von Mitarbeitenden haben, die aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung, oft psychischer Natur, wie Burnout oder Depression, den Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag nicht schafften“, erinnert sich Kirsten Spiewack. „Da fragten wir uns: Wie gelingt es uns, diese Menschen wieder zu integrieren? Wir dachten: Das kann doch nicht so schwer sein!“
Der Verlust oft langjähriger Mitarbeitenden einerseits sowie der Wunsch, Menschen mit komplexeren Beeinträchtigungen, wie etwa einer psychischen Erkrankung, in den Arbeitsprozess zu integrieren, brachte das Team zu einer weiterführenden Idee: Warum in der Personalgewinnung im pädagogischen Bereich nicht gleich gezielt Menschen mit Behinderung ansprechen?
