Warum SOS-Kinderdorf in Usbekistan tätig ist
In Usbekistan gibt es etwa 11,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren, das sind rund 35 Prozent der Bevölkerung. Von allen Kindern leben 30 Prozent in Armut. Kinder mit Behinderungen und Kinder aus finanzschwachen Familien werden eher in Obhut genommen und in großen Einrichtungen untergebracht. In Usbekistan leben etwa 25.000 Kinder unter solchen Bedingungen, obwohl es für die Entwicklung ihrer Fähigkeiten wichtig wäre, dass sie in einem liebevollen, familiären Umfeld aufwachsen.
Unterernährung
Mikronährstoffmangel bei Kindern ist in Usbekistan weitverbreitet. Während über zehn Prozent an Blutarmut leiden, ist mehr als die Hälfte von Eisenmangel betroffen. Darüber hinaus weisen neun Prozent der Kinder Anzeichen chronischer Unterernährung auf. Mangelernährung bei Kindern hat vielfältige Auswirkungen, von der Unfähigkeit, sich in der Schule zu konzentrieren, bis hin zu schlechten kognitiven Funktionen, schlechtem Wachstum und Unterentwicklung. Das führt auch zu einem geschwächten Immunsystem, was wiederum zu verschiedenen Krankheiten führen kann.
Bildung
Obwohl sich der Zugang zur Vorschulerziehung verbessert hat, erreicht sie immer noch nur etwa die Hälfte der Kinder in Usbekistan. Frühkindliche Bildung kann besonders für benachteiligte Kinder von Vorteil sein, da sie diese auf den Erfolg in weiteren Bildungsstufen vorbereitet und ihnen bessere Noten ermöglicht. Trotz der hohen Einschulungsquote in der Grundschule brechen viele Kinder den Unterricht ab oder wiederholen ihn. Die Zahl der Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen, geht stetig zurück, und die Quote der Schulabbrüche ist bei Mädchen höher.