SOS-Kinderdorf unterstützt Menschen in Not
Libanon
SOS-Kinderdorf im Libanon

SOS-Kinderdorf im Libanon

Seit 1969 unterstützt SOS-Kinderdorf im Libanon Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.

Eskalation im Libanon

Die Lage im Libanon ist weiterhin von Unsicherheit geprägt. Die aktuelle Eskalation bleibt zwar geografisch auf bestimmte Gebiete begrenzt, doch insbesondere in Beirut beeinträchtigen die Geräusche von Bombardierungen das Sicherheitsgefühl vieler Menschen. 
Die Kinder in den SOS-Kinderdörfern Bhersaf und Kfarhay sind in Sicherheit und können ihren Alltag stabil fortsetzen. Sie besuchen regelmäßig die Schule, da die Einrichtungen in sicheren Regionen liegen und geöffnet bleiben. Auch die Kinder, die bereits 2024 aus dem inzwischen geschlossenen SOS-Kinderdorf in Ksarnaba in das SOS-Kinderdorf Kfarhay evakuiert wurden, sind wohlauf. 
SOS-Kinderdorf Libanon begleitet derzeit Familien in Beirut und in der Bekaa-Region im Rahmen des Familienstärkungsprogramms. Ein Teil dieser Familien wurde umgesiedelt, während andere mangels Alternativen geblieben sind. Zusätzlich bieten die Teams psychosoziale Unterstützung für Kinder und Betreuungspersonen an. Zudem wurden Vorsorgemaßnahmen verstärkt, indem Lebensmittelvorräte und wichtige Güter in den SOS-Kinderdörfern gesichert wurden. 
Update vom 20.03.2026

Warum SOS-Kinderdorf im Libanon tätig ist 


Im Libanon leben rund 1,8 Millionen Kinder, die etwa 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Sie leiden unter vielen Schwierigkeiten infolge von Konflikten, Missbrauch, Ausbeutung und Zwangsarbeit. Vielen wird systematisch der Zugang zur Grundversorgung, einschließlich Gesundheit und Bildung, verwehrt, da es schwierig ist, Geburten zu registrieren und Ausweispapiere zu erhalten.

Armut


Die Armutsquote im Libanon hat sich in den letzten Jahren verdoppelt und betrifft inzwischen rund 80 Prozent der Bevölkerung, wobei über 30 Prozent in extremer Armut leben. Angesichts der Inflation und des dramatischen Anstiegs der Preise für Grundgüter sowie der hohen Arbeitslosigkeit verfügt die große Mehrheit der Haushalte nicht über genügend Geld, um das Nötigste zu bezahlen. Das hat zu einem Anstieg der Kinderarmut geführt. Jedes fünfte Kind geht hungrig zu Bett.

Geflüchtete


Der Libanon ist nach wie vor das Land mit der höchsten Pro-Kopf-Geflüchtetenzahl, die etwa ein Fünftel der Gesamtbevölkerung ausmacht. Fast alle Geflüchteten leben in extremer Armut, erhalten keine humanitäre Hilfe und haben nicht genug Geld, um die zum Überleben notwendigen Lebensmittel zu kaufen. Die Hälfte aller Geflüchteten sind Kinder, und wenn sie in Armut geboren werden, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie mit einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen und mit sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind, die ihre Aussichten weiter verschlechtert und zu generationenübergreifender Armut führt. 

Libanon

Die Republik Libanon ist ein Land in Westasien in der Levante-Region des Nahen Ostens mit rund 6,8 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Über zwei Millionen leben in der Hauptstadt Beirut. Aufgrund seiner geografischen Lage war der Libanon häufig von den Konflikten im Nahen Osten betroffen und beherbergt einen der weltweit größten Anteile an Geflüchteten, vor allem aus Palästina und Syrien, die mit einer unverhältnismäßig hohen Armutsquote konfrontiert sind. Fast 90 Prozent der Menschen im Libanon leben in städtischen Gebieten.

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