Warum SOS-Kinderdorf in Israel tätig ist
Seit 1977 unterstützt SOS-Kinderdorf in Israel Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
In Israel gibt es etwa 2,5 Millionen Kinder, d. h. fast 30 Prozent der Gesamtbevölkerung sind unter 14 Jahre alt. Diese Kinder leben in einer einkommensstarken Wirtschaft und genießen eine hohe Qualität der Bildung, die bis zum Alter von 17 Jahren obligatorisch ist. Israel befindet sich jedoch inmitten eines anhaltenden Konflikts, und Kinder sind von Gewalt betroffen. Darüber hinaus leidet das Land unter einer weitverbreiteten Einkommens- und Geschlechterungleichheit, von deren Folgen die Kinder besonders betroffen sind.
Armut
Obwohl Israel eine starke Wirtschaft entwickelt hat, leben immer noch viele Menschen in Armut und sind von sozialer Ausgrenzung betroffen. Über zehn Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, womit das Land zu den ärmsten der OECD-Länder gehört. Kinder sind von diesen harten Lebensbedingungen noch stärker betroffen, denn viele von ihnen wachsen in Armut auf. Aufgrund der großen Einkommensungleichheit in der Bevölkerung sind auch andere Bereiche des Wohlbefindens betroffen, mit großen Ungleichheiten bei Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit.
Gewalt und Ungewissheit
Israel stand in den letzten Jahrzehnten im Mittelpunkt von Konflikten. Die dadurch verursachte Gewalt und Instabilität hat verheerende Folgen für Kinder. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden in der Region etwa 2.300 Kinder getötet. Kinder sind nicht nur von den direkten Folgen des Konflikts betroffen, da sie keinen Zugang zu sauberem Wasser, Unterkunft und Nahrung haben und in Angst leben. Sie leiden auch unter den Langzeitfolgen, zum Beispiel durch ein posttraumatisches Stresssyndrom.