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Wenn Worte fehlen, sprechen Hände
26. Mai 2025
Frühförderung mit Gebärden
Das Team der Interdisziplinären Frühförderstelle des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech besuchte eine Fortbildung zum Thema „Gebärdenunterstützte Kommunikation“. Eine praxisnahe Schulung, die im Arbeitsalltag hilft und Kinder stärkt.
Wie kann ein Kind „Ich habe Hunger“ sagen, wenn es (noch) nicht sprechen kann? Für das Team der Interdisziplinären Frühförderstelle des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech lautet eine wesentliche Antwort: mit den Händen. Gebärden können Türen öffnen – besonders für Kinder mit sprachlichen Hürden. Um diese Tür noch gezielter aufstoßen zu können, nahm das Team an einer Fortbildung zur „Gebärdenunterstützten Kommunikation“ teil – ein praxisnahes Training, das die Arbeit der Fachkräfte bereichert und Kindern neue Wege zur Verständigung eröffnet.
Hände als Brücke zur Sprache
Die meisten Menschen bringen Gebärdensprache mit gehörlosen Menschen in Verbindung. Doch in der „Unterstützten Kommunikation“ geht es nicht um die komplexe Grammatik der Deutschen Gebärdensprache (DGS), sondern um einfache Gebärden, die begleitend zur Lautsprache eingesetzt werden. Diese sogenannten „lautsprachbegleitenden Gebärden“ visualisieren Wörter – und machen Sprache für Kinder greifbar, die (noch) nicht sprechen können.
Für viele Kinder ist es leichter, eine Geste mit den Händen zu zeigen, als ein Wort zu sprechen. Wenn ein Kind etwa durch eine einfache Gebärde mitteilen kann, dass es Durst hat oder Hilfe braucht, entsteht ein Aha-Erlebnis: Kommunikation funktioniert! Das senkt Frustration, stärkt das Selbstbewusstsein – und ebnet den Weg zur gesprochenen Sprache.
In der Interdisziplinären Frühförderstelle des SOS-Kinderdorfs Ammersee-Lech werden Kinder mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen begleitet – bei Entwicklungsverzögerungen, motorischen Schwierigkeiten oder Sprachbarrieren. Mit Gebärden erhalten sie ein Werkzeug, um sich aktiv auszudrücken. Denn jedes Kind hat etwas zu sagen – und sollte die Chance bekommen, verstanden zu werden.
Individuelle Ausdrucksform
So folgte das Team der Interdisziplinären Frühförderstelle des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech der Fachreferentin für Kommunikationsförderung bei Kindern und Gründerin des Projektes „Kleine Daumen“ Christine Neukirchner gespannt. Die Teilnehmerinnen übten in Kleingruppen unterschiedlichste Gebärden und deren Anwendung in den verschiedensten Spiel- und Therapiesituationen. Eine praxisnahe Fortbildung – das neu erworbene Wissen fließt nun aktiv in den Alltag der Frühförderstelle ein.
„Wir möchten jedes Kind in seiner individuellen Ausdrucksform stärken“, so Lisa Hegen, Bereichsleiterin der SOS-Frühförderstelle. „Dank der Fortbildung haben wir neue Impulse und Werkzeuge erhalten, die wir direkt in unseren Alltag übernehmen können.“ Mit diesem Schritt setzt die SOS-Frühförderstelle in Landsberg ein starkes Zeichen für Inklusion und eine ganzheitliche Förderung auf Augenhöhe.