Aktuelles
Statement
06. März 2026
Im Oktober 2025 wurden in Österreich Kinderschutzfälle im Zusammenhang mit Hermann Gmeiner, dem Gründer der SOS-Kinderdörfer, publik gemacht.
Im Rahmen des dortigen umfassenden Aufarbeitungsprozesses durch eine unabhängige Expertenkommission wurden nun weitere Hinweise zu Hermann Gmeiner eingebracht und weitere Verfahren zur Klärung der Vorwürfe eröffnet.
Der deutsche SOS-Kinderdorfverein und all seine Mitarbeitenden sind schockiert über diese neuerlichen Erkenntnisse zu Übergriffen durch den Gründer Hermann Gmeiner. Der SOS-Kinderdorf e.V. distanziert sich ausdrücklich von den Geschehnissen und verurteilt diese auf Schärfste. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt allen Betroffenen, die Leid erfahren mussten.
Für uns ist klar: Die Idee von SOS-Kinderdorf hat – historisch betrachtet – sehr viel Gutes bewirkt. Dies entbindet jedoch niemanden von der Verantwortung im Bereich Kinderschutz. Wir trennen als SOS-Kinderdorf klar zwischen unserer Gründungsidee und der Einzelperson Hermann Gmeiner. Jedes Kind verdient ein liebevolles und sicheres Zuhause: Diese Gründungsidee ist weiter wichtig - und ist unabhängig vom Gründer der Organisation zu sehen und zu bewahren.
Die von SOS-Kinderdorf Österreich angestoßene unabhängige Aufarbeitung von Übergriffen und Unrechtsfällen in österreichischen Einrichtungen unterstützt der deutsche SOS-Kinderdorfverein vollumfänglich.
SOS-Kinderdorf Deutschland hat selbst bereits vor vier Jahren proaktiv eine unabhängige Aufarbeitungskommission eingesetzt und mit dieser in den letzten Jahren uneingeschränkt kooperiert. Der Abschlussbericht dieser unabhängigen Expert*innen wurde umgehend und vollständig veröffentlicht – seitdem berichtet SOS-Kinderdorf e.V. transparent über den Stand der Reformen im Bereich Kinderschutz und Aufarbeitung.
Für SOS-Kinderdorf e.V. ist klar: Betroffene müssen zu jedem Zeitpunkt Gehör finden. Kinderschutz muss absolute Priorität haben.
Der SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland hat seit vielen Jahren interne und auch unabhängige, externe, Anlaufstellen für Betroffene eingerichtet. Eine Übersicht finden Sie hier: Kinderschutz − Umgang mit Unrechtsfällen aus der Vergangenheit.
Wenn Sie ehemalige Betreute des SOS-Kinderdorfvereins sind oder aktuell in einer SOS-Kinderdorfeinrichtung in Deutschland leben, wenn Sie selbst Erfahrungen von Missbrauch, Gewalt oder Unrecht in einer Einrichtung des SOS-Kinderdorfvereins gemacht haben oder davon wissen, dass anderen Unrecht angetan wird oder wurde, zögern Sie nicht, sich an eine oder mehrere der Anlaufstellen zu wenden.