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Am 8. März ist Weltfrauentag

08. März 2024

„Bei Gewalt gegenüber Frauen sind wir noch nicht weiter“

Gleiche Bezahlung, gleiche berufliche Chancen, Recht auf körperliche Unversehrtheit und politische Teilhabe: Das fordern Frauen und Mädchen am 8. März weltweit. 
Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf, ist überzeugt, dass sich Gleichberechtigung für alle langfristig auszahlt. Im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst* sagt sie: 
„Gleichberechtigung bedeutet ja nicht nur mehr Chancen für Frauen, sondern auch mehr Chancen und Vielfalt für Männer.“

Sabina Schutter spricht sowohl über Fortschritte als auch über Herausforderungen auf dem Weg zur Gleichberechtigung. Insbesondere das hohe Gewaltaufkommen gegenüber Frauen in Partnerschaften und die tief sitzenden patriarchalen Vorstellungen in vielen Köpfen, bereiten ihr Sorge: 
„Wie selbstständig es immer noch hingenommen wird, dass Frauen Mordversuchen und gewalttätigen Übergriffen von ihren Partnern ausgesetzt sind. Da sind wir noch nicht weiter.“

Unsere Angebote in Deutschland

Das Projekt "Mädchenperspektiven" hilft jungen Frauen, die Gewalt in ihrer Herkunftsfamilie erlitten und aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen, dabei gesunde Beziehungen einzugehen.
Sabina Schutter erklärt: 
„Mädchen in der Kinder- und Jugendhilfe habe häufig in ihrer Herkunftsfamilie wenig gleichberechtigte und wenig gesunde Beziehungsmuster erlebt, dafür aber oft Gewalt durch den Vater gegenüber der Mutter. Das kann dazu führen, dass sie als Erwachsene diese Beziehungskonzepte wiederholen.“
Gleichzeitig bekommen die Mädchen im Rahmen des Projekts vielfältige berufliche Perspektiven aufgezeigt. Dadurch werden weibliche Vorbilder in technischen oder handwerklichen Berufen gefördert.

Unsere Angebote im Ausland

Im Ausland unterstützen wir vielfältig Frauen und Mädchen bei ihrer individuellen Entwicklung. So führen wir in Äthiopien gemeinde- und schulbasierte Aufklärungsprojekte durch, um präventiv gegen Zwangsehen vorzugehen. Kinder erfahren bei den Veranstaltungen mehr über ihre Rechte und weitere Kinderschutzthemen. In der Region Babile konnte so die Zahl der Kinderehen deutlich verringert werden. Gleichzeitig ist die Einschulungsrate von Mädchen erheblich gestiegen. 

Zala: Ein Vorbild für Mädchen

Die
sechzehnjährige Zala** aus Äthiopien
erlitt während ihrer Zwangsehe Gewalt und Unterdrückung. Mithilfe ihrer Mutter befreite sie sich aus der traumatischen Situation. Das SOS-Kinderdorf Äthiopien ermutigte sie, danach wieder zur Schule gehen.
*Quelle: Evangelischer Pressedienst
**Name zum Schutz der Privatsphäre geändert