Internationaler Tag der sozialen Gerechtigkeit
20. Februar 2020
Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander
Der heutige Welttag der sozialen Gerechtigkeit hat eine ganz besondere Bedeutung. Soziale Gerechtigkeit gilt als Grundprinzip für ein friedliches und glückliches Zusammenleben aller Länder, Nationen und Kulturen.
Dieser Tag wurde 2009 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Heute elf Jahre später hat das Thema soziale Gerechtigkeit nicht an Wichtigkeit verloren. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Und vor allem Kinder leiden unter Armut und Chancenungleichheit. Obwohl die UN-Kinderrechtskonvention festlegt, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung hat, müssen Kinder in vielen Ländern unter widrigen Bedingungen in Fabriken arbeiten, um den Familienunterhalt mitzuverdienen. Bildung würde diesen Kindern einen Weg aus diesem Teufelskreis ebnen.
„In Deutschland heißt es leider sehr häufig noch ‘arm bleibt arm‘.“
Sabine Genther, Leiterin des SOS-Kinderdorf-Mütterzentrums in Salzgitter
Die Schulbildung von Kindern ist in Deutschland zwar gewährleistet, dennoch herrscht keine Chancengleichheit. Hierzulande besuchen nachweislich mehr Kinder das Gymnasium, deren Eltern selbst einen Hoschulabschluss haben, als Kinder, deren Eltern einen niedrigeren Abschluss haben.*
Und auch Kinderarmut ist in Deutschland ein großes Thema. Rund 1,5 Millionen Kinder lebten 2019 von Hartz IV, so eine Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes.** Kinder aus sozial schwachen Familien sind oft sozial benachteiligt. Laut Deutschem Gewerkschaftsbund sei für ein zehnjähriges Kind ein Regelsatz von 4,09 Euro pro Tag für Essen und Trinken und monatlich 2,68 Euro für Bücher vorgesehen. So bleibt wenig Geld für Freizeitaktivitäten, wie ins Kino gehen, Eis essen oder ein Schwimmbadbesuch. Die Ausgrenzung durch Gleichaltrige ist nicht selten, was einen nachhaltigen Einfluss auf Kinder und Jugendlichen haben kann.
SOS-Kinderdorf setzt mit dem Angebot der frühen Hilfen schon bei den Kleinsten an. Hier erhalten Eltern Unterstützung, wie sie ihre Kindern von Beginn an fördern können. Außerdem wird in vielen SOS-Mütter- und Familienzentren ein vergünstigter Mittagstisch und Hausaufgabenbetreuung angeboten. Schulsozialarbeit, diverse Ausbildungsangebote für belastete Jugendliche und vieles mehr wird an vielen Standorten angeboten. Erfahren Sie hier mehr.
