Aktuelles
Gewalt in Partnerschaften und Familien
25. November 2022
Am 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Jedes Jahr macht der Aktionstag darauf aufmerksam, wie gravierend das Problem nach wie vor ist: Denn Gewalt gegen Frauen ist in Deutschland und auf der ganzen Welt trauriger Alltag.
Oft findet Gewalt hinter verschlossenen Türen statt – innerhalb von Partnerschaften und Familien. Am Donnerstag veröffentlichte das BKA neue Zahlen zu Gewalttaten in Partnerschaften aus dem Jahr 2021. Mit 143.016 Fällen ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu vermelden. Betrachtet man die Entwicklung der letzten fünf Jahre, steigt die Zahl der Opfer allerdings an.
Betroffen sind vor allem Frauen: In vier von fünf Fällen waren die Opfer weiblich.1 Wie viele Personen letztes Jahr tatsächlich häusliche Gewalt erleben mussten, ist allerdings unklar – da es sich dabei nur um zur Anzeige gebrachte Taten handelt, dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen.
Welche Folgen hat häusliche Gewalt für Kinder?
Gewalt in Familien hinterlässt auch Spuren bei betroffenen Kindern: Schäden durch Gewalt prägen junge Menschen teilweise ein Leben lang. Dabei macht es oft keinen Unterschied, ob Kinder die Gewalt selbst erleben oder sie zwischen ihren Eltern beobachten. Beides traumatisiert gerade in jungen Jahren.
Die Folgen sind vielfältig: Gewalterlebnisse behindern beispielsweise die soziale Entwicklung. Manche Kinder reagieren mit Schlafstörungen oder Ängsten. Im späteren Leben sind sie anfälliger für Süchte, selbstverletzendes Verhalten und Bindungsstörungen. Hinzu kommt: Kinder, die in einem gewalttätigen Umfeld aufwachsen, lösen ihre Konflikte auch häufiger mit Gewalt.2
Ferdinands ungesehenes Leid
Ein Kind, das Gewalt in der Familie erleben musste, ist Ferdinand*. Er lebt in einer scheinbar gut situierten Vorzeigefamilie. Niemand ahnt, was sich hinter den verschlossenen Türen des Reihenhauses abspielt: Denn regelmäßig schlägt Ferdinands Vater seine Mutter. Erst nach Jahren kommt mit einem Anruf bei der Polizei die Rettung.
Hilfe in Frauenschutzwohnungen
Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, brauchen schnelle Hilfe und Unterstützung – beispielweise durch eine Unterbringung in einer Frauenschutzwohnung. SOS-Kinderdorf betreibt solche Schutzwohnungen in Zwickau. Eine Mitarbeiterin berichtet, wie betroffene Frauen und Kinder dort sicher unterkommen.
1Bundeskriminalamt: Partnerschaftsgewalt – Kriminalstatistische Auswertung Berichtsjahr 2021
2Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, Kinder schützen – Eine Handreichung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte
*Name und biografische Details zum Schutz der Person geändert.