Seit der Gründung von SOS-Kinderdorf in den 1950er Jahren ist es das Ziel der Organisation, Kindern und Jugendlichen in Deutschland und weltweit ein liebevolles und sicheres Zuhause zu bieten. Der Schutz der jungen Menschen, die in Kinderdorffamilien oder anderen Angeboten leben, eine SOS-Kindertagesstätte besuchen oder eine Ausbildung machen, hat oberste Priorität und ist seit Beginn Kern unserer Arbeit.
Grundsätzlich muss für SOS-Kinderdorf gelten, dass jedes Kind und alle Betreuten zu jeder Zeit Gehör finden. Wir müssen stets für sie erreichbar sein, den Kindern glauben, sie ernst nehmen und unmittelbar handeln, um Kinder und Betreute zu schützen. Eine Kultur der Achtsamkeit muss Grundlage der Haltung jedes Mitarbeitenden bei SOS-Kinderdorf sein.
Seit vielen Jahren arbeiten wir konsequent daran, den
Kinderschutz in unseren Einrichtungen kontinuierlich zu evaluieren und zu verbessern. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war eine Untersuchung des
Sozialpädagogischen Instituts im Jahr 2009 zu
Unrechtshandlungen in den 1950er und 1960er Jahren. Auf Basis der Ergebnisse dieser Untersuchungen etablierten wir im Jahr 2010 die interne Monitoring- und Anlaufstelle (iAMSt), die
Betreuten vertrauensvoll zur Seite steht, wenn sie Erfahrungen von Grenzverletzungen, Gewalt oder Unrecht in einer Einrichtung des SOS-Kinderdorfvereins gemacht haben oder davon wissen.
Im Jahr 2020 meldeten sich bei der internen Monitoring- und Anlaufstelle iAMST ehemalige Betreute, die von Unrechtshandlungen in einem SOS-Kinderdorf berichteten. Erste Untersuchungen seitens SOS-Kinderdorfs führten zur Beauftragung eines unabhängigen, externen Experten, der im Jahr 2021 seinen Abschlussbericht vorlegte. Aufgrund der darin enthaltenen persönlichen Daten können wir den Bericht nicht veröffentlichen, da er Rückschlüsse auf einzelne Personen ermöglichen würde. Die Erkenntnisse und Empfehlungen dieses Gutachtens und der im gesamten Verein geführte kritische Dialog zum Thema Kinderschutz leiteten aber die Erstellung des „Aktionsplan Kinderschutz 2021: Kinder und Jugendliche gemeinsam schützen“ ein.
Alle bisherigen Untersuchungen früherer Aufarbeitungen finden Sie
hier.