Kind vor eingestürztem Haus nach Erdbeben
Nothilfe für Syrien

Hilfe nach dem Erdbeben für Kinder und Familien

SOS-Kinderdorf leistet Nothilfe in Syrien

Am 6. Februar 2023 haben mehrere Erdbeben Syrien und den Süden der Türkei erschüttert. Seitdem gab es zahlreiche Nachbeben. Die Lage in Syrien ist durch den seit zwölf Jahren andauernden Bürgerkrieg besonders dramatisch. Schon vor dem Erdbeben lebten dort 90 Prozent der Bevölkerung in Armut. Tausende Menschen sind nun unter den Trümmern zu Tode gekommenMindestens fünf Millionen Menschen sind obdachlos geworden. Viele Gebäude sind komplett zerstört. Unzählige Familien haben alles verloren. Sie leben in Ruinen, überfüllten Notunterkünften oder harren im Freien aus.
SOS-Kinderdorf Syrien hat in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Freiwilligen ein Nothilfeprogramm gestartet, um Kindern und Familien vor Ort beizustehen. Julian Erjautz, der die Nothilfemaßnahmen bei SOS-Kinderdorf koordiniert, erzählt von der schwierigen Situation für Kinder und Familien in Aleppo.

Eltern von Babys und Kleinkindern sind besonders auf Hilfe angewiesen. SOS-Kinderdorf verteilt in Aleppo und Latakia Neugeborenen-Pakete mit Babymilch, Trinkflaschen, Brei, Windeln, Feuchttüchern und Spielzeug. Bis Mitte April wurden 450 Familien mit solchen Nothilfesets versorgt.
Zusätzlich stellt SOS-Kinderdorf den Familien Hilfe in Form von Nahrungsmitteln, Kleidung, Hygieneartikeln, Decken und Matratzen, aber auch direkten finanziellen Beiträgen bereit, um eine neue Wohnung oder Notunterkunft zu finden. Die allgemein unbeständige Wirtschaftslage und der tägliche Anstieg der Preise stellen dabei eine Herausforderung dar.
Mit der Wiedereröffnung der Schulen soll wieder etwas Normalität nach Aleppo zurückkehren. Doch damit müssen nun die Menschen, die bisher in den Schulen untergekommen waren, umgesiedelt werden. Auch hier ist SOS-Kinderdorf bei der Suche behilflich. Außerdem verteilt unsere Organisation Bildungspakete an die Kinder, damit diese für den Schulunterricht gut ausgestattet sind.
„Unsere Unterstützung ist langfristig angelegt“, so SOS-Nothilfekoordinator Julian Erjautz. „Die Menschen brauchen jetzt unmittelbar Hilfe, wie Essen und Unterkunft, aber sie brauchen auch die Zuversicht, dass wir in drei Monaten noch da sind. Unsere Hilfe ist mehr als ein Pflaster auf der Wunde!“

SOS-Kinderdorf hilft mit folgenden Maßnahmen in Syrien

Soforthilfe
  • Bereitstellung von Notunterkünften
  • psychologische Soforthilfe für Kinder und Familien
  • Versorgung mit Nahrungsmitteln
  • Verteilung von Wertgutscheinen
  • Zugang zu Sanitäreinrichtungen
  • Betreuung elternloser Kinder in Kinderschutzzentren
Mittel- und langfristige Hilfe
  • Übernahme von Mietkosten
  • Abschluss von Krankenversicherungen für Familien
  • psychologische Unterstützung bei der Traumaverarbeitung
  • Zahlung von Nachhilfeunterricht, Schulgebühren, Schulmaterialien und Schuluniformen
  • Veranstaltungen zum Thema Erdbebensicherheit
Die Maßnahmen von SOS-Kinderdorf richten sich an rund 25.000 Menschen in und um die Stadt Aleppo. Sie sollen über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt werden. 
In der Türkei ist SOS-Kinderdorf nicht vertreten. Daher sammeln wir ausschließlich Spenden für die syrische Erdbebenregion. Dort ist unsere Organisation bereits seit Jahrzehnten aktiv.

SOS-Kinderdorf in Syrien

Seit über 40 Jahren ist SOS-Kinderdorf in Syrien tätig und unterstützt Kinder, die die elterliche Betreuung verloren haben. Auch als 2011 der bis heute anhaltende Krieg ausbrach, blieb unsere Organisation vor Ort. Seither haben wir unsere Angebote erweitert. 
Derzeit unterhält unsere Organisation in Syrien zwei SOS-Kinderdörfer. Außerdem unterstützen wir Familien durch unser Familienstärkungsprogramm und Jugendliche in betreuten Wohngruppen.

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