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SOS-Kinderdorf Venezuela

Nach dem Beben bleibt die Angst

Wenn das Zuhause nicht mehr sicher ist

Die Erde bebt in Venezuela. Lisbeths jüngste Enkelin liegt nach einer Operation mit gebrochenem Bein im Bett. Die Zehnjährige kann sich nicht bewegen und nicht allein fliehen. Das Mädchen gerät in Panik. Es hat Angst, im Haus eingeschlossen zu werden. Großmutter Lisbeth bleibt keine Zeit nachzudenken. Sie nimmt ihre Enkelin auf den Arm und eilt mit ihr nach draußen. Obwohl sie selbst nicht mehr stabil auf den Beinen ist, schafft sie es, das Mädchen in Sicherheit zu bringen. 

Eine weitere Krise für die Geschwister 

Das Mädchen lebt mit seinen beiden Geschwistern schon seit acht Jahren bei ihrer Großmutter Lisbeth. Ihre Eltern haben das Land verlassen. Für die drei Kinder ist das Erdbeben eine weitere schwere Belastung. Schon vorher war ihr Alltag nicht einfach. 
Die drei Kinder wachsen bei ihrer Großmutter Lisbeth auf, die immer viel arbeiten musste, um sie zu versorgen. Der älteste Bruder übernahm deswegen schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister. Als die Belastung für die Familie immer größer wurde, wandte sich Lisbeth 2023 an das SOS-Familienzentrum. Dort erhielten die Kinder unter anderem gesunde und regelmäßige Mahlzeiten sowie therapeutische und schulische Unterstützung. Auch Lisbeth wurde therapeutisch begleitet. So konnte sich der Alltag der Kinder zunehmend stabilisieren. Bis das Erdbeben die Familie vor eine neue Krise stellt. 

Nach dem Beben bleibt die Angst

Das Haus hält dem Erdbeben stand. Allerdings hat es jetzt erhebliche Risse im Dach und den Wänden. Das Wasser dringt ein, auch die veraltete Elektrik muss ausgetauscht werden. Was einmal das sichere Zuhause für die drei Kinder war, ist heute brüchig.  
Besonders schwer geht es der Kleinsten mit ihrem verletzten Bein. Sie weint häufig, hat Angst, sich im Haus aufzuhalten. Sie träumt von Gefahren und fürchtet ein weiteres Erdbeben. Die psychische Belastung erschwert auch ihre körperliche Genesung. 
Auch Lisbeths Gesundheitszustand hat sich nach Jahren großer Belastung und den körperlichen und emotionalen Strapazen des Erdbebens weiter verschlechtert. 

Wie SOS-Kinderdorf in der Notsituation hilft 

Kurz nach dem Erdbeben versorgt SOS-Kinderdorf die Kinder und ihre Großmutter mit Medikamenten, Lebensmitteln und Trinkwasser. Ebenso stellt das Team Wasserbehälter und -reinigungstabletten sowie Hygiene- und Putzmittel bereit. Alle Familienmitglieder erhalten zudem psychosoziale Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten.  
Doch die Familie braucht weiterhin Hilfe. Sie benötigt einen sicheren Ort zum Leben, medizinische Versorgung für Lisbeth und das verletzte Kind sowie langfristige Unterstützung dabei, die Erlebnisse des Erdbebens zu verarbeiten.
SOS-Kinderdorf begleitet die drei Geschwister und ihre Großmutter auch durch diese neue Krise.