Hafen für Familien SOS-Kinderdorf Hamburg
Olga Oberhummer-Stiftung

„Ich wollte meiner Heimatstadt etwas zurückgeben“

Olga Oberhummer-Stiftung

Seit mehr als zehn Jahren fördert die Münchner Oberhummer Stiftung wichtige Projekte von SOS-Kinderdorf in Deutschland – darunter das neue Familienzentrum und Kinderdorf in Hamburg. Ein Gespräch mit Vorstand Dr. Günther Engler über das Herzensprojekt „Hafen für Familien“. 

Herr Dr. Engler, die Oberhummer Stiftung hat 46 Prozent des Gesamtvolumens für den Neubau in Hamburg-Dulsberg finanziert. Warum haben Sie sich entschieden, dieses Projekt zu fördern?

Dr. Engler: Wir hatten zuvor in Wilhelmshaven das neue SOS-Familienzentrum gefördert, das 2018 eingeweiht wurde. SOS-Kinderdorf hat mir weitere Projekte vorgeschlagen und das Hamburger Konzept hat mich aus vielerlei Gründen überzeugt. Die Kombination aus Familienzentrum und benachbartem Kinderdorf für drei Familien hat mich sofort angesprochen. Außerdem ist die Bandbreite der Angebote enorm. Wir haben schließlich den Grundstückskauf sowie die Finanzierung des Gebäudes für die Kinderdorffamilien übernommen.

Sie sind Hamburger – spielte eine persönliche Verbindung bei der Entscheidung eine Rolle?

Tatsächlich fühle ich mich meiner Heimatstadt noch immer sehr verbunden. Ich lebe in München, aber Hamburg bleibt ein Sehnsuchtsort. Dort habe ich meine Kindheit verbracht und studiert. Ich habe dieser Stadt viel zu verdanken. Und als ich von dem Dulsberger Projekt hörte, dachte ich sofort: Das ist die Gelegenheit, meiner Heimatstadt etwas zurückzugeben. Außerdem gab es einen netten Zufall: Der Vater eines Schulfreundes war Pastor in der Frohbotschaftskirche in Dulsberg. Die Kirche und die neue SOS-Einrichtung stehen heute Seite an Seite.

Von der ersten Planung bis zur Eröffnung sind zehn Jahre vergangen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Bis das Grundstück für den Neubau frei war, ist einige Zeit vergangen. Die Stiftung ist eingestiegen, als das Projekt richtig ins Rollen kam. SOS-Kinderdorf hat mich fortlaufend über die Fortschritte unterrichtet und ich war gedanklich immer dabei. Ich bin sehr froh, dass das Zentrum trotz Corona recht planmäßig eröffnen konnte.

Dass es die Oberhummer Stiftung in dieser Form heute gibt, ist zu einem großen Teil Ihnen zu verdanken. Sie haben Ihrer damaligen Mandantin Olga Oberhummer eine Stiftung für den Nachlasses ihres Vermögens vorgeschlagen. Warum hat sie sich als Satzungszweck für SOS-Kinderdorf entschieden?

Das war ihre Idee! Olga Oberhummer war nicht verheiratet und hatte keine Kinder. Von dem Gedanken, eine Stiftung zu gründen und darüber ihren Nachlass zu regeln, war sie begeistert. Als ich sie fragte, welchen Zweck die Stiftung habe solle, kam wie aus der Pistole geschossen: SOS-Kinderdorf in Deutschland! Frau Oberhummer hat Hermann Gmeiner und seine Tätigkeit sehr bewundert. Deshalb war es für sie vollkommen klar, wen sie mit ihrer Stiftung unterstützen möchte.

Welche weiteren SOS-Projekte fördern Sie? Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihres Engagements?

Neben den Familienzentren in Wilhelmshaven und Hamburg haben wir ein Grundstück am Ammersee nahe München gekauft. Die Planung, darauf Häuser für Kinderdorffamilien zu bauen, begrüße ich sehr. Wenn es so weit ist, wird die Oberhummer Stiftung den Bau mitfinanzieren. Ich bin sehr glücklich, dass Olga Oberhummer sich damals für SOS-Kinderdorf als Stiftungszweck entschieden hat. Das war ihr Wunsch und wir werden ihn auch in Zukunft verwirklichen. Daran wird sich nichts ändern.

Zurück nach Hamburg: Auf dem „Walk of Help“, der zum neuen Familienzentrum hinführt, wurde auch Ihre Stiftung auf einem Spender-Stein verewigt. Bei der Eröffnung des Neubaus waren Sie dabei. Wie war Ihr Eindruck?

Das Haus gefällt mir architektonisch ausgesprochen gut – vor allem wie die direkte Nachbarschaft zur Kirche umgesetzt wurde. Die Räume und die Inneneinrichtung sind sehr ansprechend und hell. Von dem „Walk of Help“ habe ich ein Foto als Erinnerung an den Tag gemacht. Was mich sehr berührt hat: Am Tag der Eröffnung, dem 18. August, hatte Olga Oberhummer Geburtstag. Sie wäre 112 Jahre alt geworden, und ich denke, ihr hätte dieser Tag gefallen.
 

Finden Sie mit uns das ideale Projekt für Ihre Stiftung

Die Unterstützung von Förderern ist sehr wichtig für unsere Arbeit. SOS-Kinderdorf hat viele Projekte in unterschiedlichsten Wirkungsfeldern. Gerne können wir in einem persönlichen Gespräch ausführlich zu den einzelnen Projekten berichten und gemeinsam mit Ihnen ein passendes Förderprojekt für Ihre Stiftung finden.

Claudia Lüke, Gabriele Beckert & Anne Bader

Team Förderstiftungen

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