Aktuelles

Brücken in die Eigenständigkeit

28. April 2023

Stadt Kleve, BBZ und SOS-Kinderdorf Niederrhein bauen Brücken in die Eigenständigkeit für junge Menschen in Kleve

Die Stadt Kleve, das Berufsbildungszentrum (BBZ) und das
SOS-Kinderdorf Niederrein
organisieren gemeinsam das Projekt „Jugend stärken im Quartier – Brücken in die Eigenständigkeit“. Das Projektvolumen beträgt 1,67 Millionen Euro, davon kommen 670.000 Euro Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds Plus. Die Projektträger trafen sich jetzt zum gemeinsamen Pressegespräch, um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen.

„Housing first“

Es gibt zwei Hauptstränge: Einerseits kümmert sich das BBZ mit der aufsuchenden Jugendarbeit um junge Menschen, die dringend Hilfe benötigen. Dazu fährt Sozialpädagoge Steffen Thewis regelmäßig mit dem „Moms Mobil“ – einem rollenden Jugendhaus durch die Stadt. Jugendliche und junge Erwachsenen können so ganz unverbindlich ins Gespräch kommen.
Zudem gebe es verdeckte Obdachlosigkeit auch unter jungen Menschen, berichtet Jan Traeder, Fachbereichsleiter Jugend und Familie der Stadt Kleve. Dabei spielt der so genannte „Housing first“ Ansatz eine zentrale Rolle. Wer eine Wohnung, eine Meldeadresse hat, kann von dort aus weitergehen und zum Beispiel finanzielle Hilfen beantragen. Das BBZ sei schon im Gespräch mit Wohnungsbaugesellschaften, um neue Wohnformen zu erproben. Das SOS-Kinderdorf Niederrhein ist unter anderem als Vermieter von Wohnraum für junge Menschen involviert. „Der Wohnungsmarkt in Kleve – gerade für junge Leute – ist angespannt. Da braucht es tragfähige Lösungen“, so SOS-Einrichtungsleiter Peter Schönrock.  

Praktische Hilfe für den Alltag

Zum anderen kümmert sich das SOS-Kinderdorf Niederrhein im zweiten Teilbereich des Projekts um „Care Leaver“, also junge Menschen, die in öffentlicher Verantwortung aufgewachsen sind. Mit der „
Care Leaver Anlauf- und Beratungsstelle
“ hat der Sozialträger in der Klever Unterstadt einen Treffpunkt geschaffen, den junge Menschen nutzen können, wenn sie ein offenes Ohr oder praktische Hilfe für den Alltag benötigen. Sozialpädagog:innen kümmern sich, bieten Rat, begleiten zu Behördengängen, suchen gemeinsam Lösungen für die unterschiedlichen Problemlagen. Schönrock betont: „Es ist wie bei Eltern, bei denen man zu Besuch kommt. Es gibt eine Küche, einen Esstisch, ein Sofa. Sogar eine Waschmaschine. Wir schaffen Raum für Austausch, damit die jungen Menschen nicht auf sich allein gestellt sind, wenn sie die Jugendhilfe verlassen haben.“ Sozialpädagogin Bianca führt weiter aus: „Jede und jeder ist hier mit all seinen Themen, Sorgen, Nöten und Wünschen willkommen. Gemeinsam erarbeiten wir einen Plan, wie es weitergehen soll.“

Erfahren Sie hier mehr: