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umF: Stadt baut Plätze ab, SOS stellt Flüchtlingsarbeit ein

28. März 2019

Zehn Jahre lang hat sich SOS intensiv um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) gekümmert. Aufgrund der sinkenden Flüchtlingszahlen baut die Stadt Augsburg Plätze für junge Flüchtlinge ab – als Konsequenz gab SOS diesen Bereich schweren Herzens auf.  „Wir haben es gern gemacht und wir haben es gut gemacht“, sagt Sozialpädagogin Priska Abstreiter. Ein Hauch Wehmut schwingt mit. Die Wohnungen, die sich Flüchtlinge teilten, wurden aufgelöst, die verbliebenen Jungendlichen auf andere Träger verteilt.

In den zehn Jahren betreute SOS rund 60 Flüchtlinge von Afghanistan bis Mali, die weder schreiben noch lesen konnten; Flüchtlinge, die sich beim ersten Anblick von Schnee in ihrem Leben vor Schreck nicht aus der Wohnung trauten; vom Krieg und von der Flucht traumatisierte Jugendliche aus dem Irak und Somalia.

Angelika Christl, Bereichsleitung Hochfeld beim SOS-Kinderdorf Augsburg, ist immer wieder überrascht, wie schnell sich die jungen Männer, zurechtfanden. „Die Flüchtlinge sind sehr dankbar, da kommt viel zurück.“ Und die Arbeit trug Früchte: Mit der Betreuung, die für maximal eineinhalb Jahre vom Jugendamt bewilligt wurde, kamen die Flüchtlinge dem Ziel, auf eigenen Füßen zu stehen, in aller Regel einen großen Schritt näher. Angelika Christl: „Die meisten verlassen uns als Steuerzahler.“ Auch nicht das schlechteste Zeichen für gelungene Integration.