Kinderschutz
Ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche

Kinderschutz im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech

Das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech soll ein sicherer Ort für alle Kinder und Jugendliche sein. Hier haben das Wohlergehen, die Rechte sowie die persönliche Entwicklung und Entfaltung von Kindern und Jugendlichen oberste Priorität.

Verantwortungsgemeinschaft

Für alle Mitarbeitenden im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech ist die wichtigste Aufgabe, unseren Betreuten ein sicheres Umfeld mit stabilen und verlässlichen Beziehungen zu bieten. Der Alltag soll frei von Gewalt, Unsicherheiten und grenzüberschreitenden Verhalten sein, das persönliche Grenzen überschreitet.
Grundlage des Kinderschutzes im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech ist ein partizipativer Schutzprozess, der kontinuierlich weiterentwickelt wird. Ziel ist es, den Schutz und die Rechte junger Menschen unter Beteiligung und Mitsprache aller von Mitarbeitenden, Fachkräften, Eltern, Kindern und Jugendlichen zu gestalten.

Wege zum neuen Schutzkonzept

Seit Ende 2021 arbeitet das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech mit der externen Beraterin Prof. Dr. Mechthild Wolff von der Hochschule Landshut an einem Rahmenschutzkonzept für die gesamte Einrichtung.
Unsere Aufgabe ist jetzt, die überarbeiteten Kinderschutzkonzepte in der Praxis mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln. Dieser Prozess der Reflexion und Praxiserprobung ist und bleibt immer Teil unserer Arbeit. Mit gestärktem Bewusstsein gehen wir in die Zukunft und arbeiten gemeinsam kontinuierlich weiter am Thema Kinderrechte und Kinderschutz.

Haltung zeigen

Unsere Haltung steht fest: Wir sind Vorbilder, achten die Würde des Menschen und reflektieren Machtverhältnisse.
Das heißt:
  • Wir respektieren die Grenzen und Bedürfnisse der uns anvertrauten Menschen.
  • Wir sind Vorbild; wir geben den uns anvertrauten Menschen weiter, die Würde anderer zu respektieren und zu schützen.
  • Durch Wachsamkeit und Reflexion stellen wir sicher, dass „Machtrollen" nicht ausgenutzt werden.
  • Interventionen sollen im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen und angemessen sein. Konsequenzen sind Folgen, die ein Verhalten nach sich ziehen könnte.
  • Im Team werden Probleme transparent gemacht und Rollen geklärt, dafür stehen Fallbesprechungen und Supervisionen zur Verfügung
  • Achtsamkeit, Wertschätzung, Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Verantwortung, Beteiligung und Verlässlichkeit sind unverzichtbare Werte. Stetige Reflexion des pädagogischen Handelns und der eigenen Haltung ist unverzichtbarer Bestandteil unserer täglichen Arbeit.
Jede/r Mitarbeitende verpflichtet sich bei seiner/ihrer Einstellung, die Regeln und Haltung des SOS-Kinderdorf e.V. bezüglich des Kinderschutzes zu verinnerlichen und umzusetzen. Dazu wird eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet.
„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich, die Persönlichkeit der Betreuten zu respektieren und ihre Privatsphäre zu achten. Sie schützen die Betreuten durch einen achtsamen Umgang vor Übergriffen und Unrechtshandlungen und setzen sich aktiv dafür ein, dass gesetzliche Regelungen und Handlungsleitlinien des SOS-Kinderdorf e.V. eingehalten werden. Die UN-Kinderrechtskonvention wird in der Arbeit des SOS-Kinderdorf e.V. beachtet.“
(aus: Allgemeine Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorf e.V., § 2)  

Kultur der Achtsamkeit

Ein wirksamer Kinderschutz basiert auf einer Kultur des Hinsehens und Hinhörens vor Ort. Kinder brauchen verlässliche Ansprechpartner*innen, denen sie sich anvertrauen können. Sie müssen sicher sein, dass sie ihre Anliegen äußern können, diese gehört werden und Konsequenzen haben. Sie müssen zudem in vollem Umfang über ihre Rechte informiert sein.
Um Grenzüberschreitungen jeglicher Art zu verhindern, ist es unabdingbar, die Strukturen einer stationären Einrichtung und das damit verbundene, eigene Verhalten im Umgang mit Schutzbefohlenen kontinuierlich zu reflektieren. Dafür ist es essenziell, eine Kultur der Achtsamkeit zu etablieren, in der keinerlei physische oder psychische Grenzverletzungen geduldet werden. Diese Punkte sind auch im vereinsweiten Schutzkonzept des SOS-Kinderdorf e.V. fest verankert.

Weitere konkrete Maßnahmen

  • Der SOS-Kinderdorf e.V. etabliert in Gesamtdeutschland in jeder Einrichtung die Stelle einer koordinierenden Fachkraft für Kinder- und Betreutenschutz, um den Schutz aller Betreuten zu verbessern und Konzepte zum Kinder- und Betreutenschutz weiterzuentwickeln. Dies ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern ein Herzensanliegen des Vereins.
  • Kinderschutz geht alle Mitarbeitenden an, deshalb werden verschiedene Fort- und Weiterbildungen zum Thema angeboten. Jeder Mitarbeitende im gesamten SOS-Kinderdorf e.V. muss die verbindliche Fortbildung „Gemeinsam aktiv für den Kinderschutz“ absolvieren.