Haltung zeigen
Unsere Haltung steht fest: Wir sind Vorbilder, achten die Würde des Menschen und reflektieren Machtverhältnisse.
Das heißt:
- Wir respektieren die Grenzen und Bedürfnisse der uns anvertrauten Menschen.
- Wir sind Vorbild; wir geben den uns anvertrauten Menschen weiter, die Würde anderer zu respektieren und zu schützen.
- Durch Wachsamkeit und Reflexion stellen wir sicher, dass „Machtrollen" nicht ausgenutzt werden.
- Interventionen sollen im Zusammenhang mit dem Ereignis stehen und angemessen sein. Konsequenzen sind Folgen, die ein Verhalten nach sich ziehen könnte.
- Im Team werden Probleme transparent gemacht und Rollen geklärt, dafür stehen Fallbesprechungen und Supervisionen zur Verfügung
- Achtsamkeit, Wertschätzung, Respekt, Toleranz, Akzeptanz, Verantwortung, Beteiligung und Verlässlichkeit sind unverzichtbare Werte. Stetige Reflexion des pädagogischen Handelns und der eigenen Haltung ist unverzichtbarer Bestandteil unserer täglichen Arbeit.
Jede/r Mitarbeitende verpflichtet sich bei seiner/ihrer Einstellung, die Regeln und Haltung des SOS-Kinderdorf e.V. bezüglich des Kinderschutzes zu verinnerlichen und umzusetzen. Dazu wird eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet.
„Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten sich, die Persönlichkeit der Betreuten zu respektieren und ihre Privatsphäre zu achten. Sie schützen die Betreuten durch einen achtsamen Umgang vor Übergriffen und Unrechtshandlungen und setzen sich aktiv dafür ein, dass gesetzliche Regelungen und Handlungsleitlinien des SOS-Kinderdorf e.V. eingehalten werden. Die UN-Kinderrechtskonvention wird in der Arbeit des SOS-Kinderdorf e.V. beachtet.“
(aus: Allgemeine Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorf e.V., § 2)
Kultur der Achtsamkeit
Ein wirksamer Kinderschutz basiert auf einer Kultur des Hinsehens und Hinhörens vor Ort. Kinder brauchen verlässliche Ansprechpartner*innen, denen sie sich anvertrauen können. Sie müssen sicher sein, dass sie ihre Anliegen äußern können, diese gehört werden und Konsequenzen haben. Sie müssen zudem in vollem Umfang über ihre Rechte informiert sein.
Um Grenzüberschreitungen jeglicher Art zu verhindern, ist es unabdingbar, die Strukturen einer stationären Einrichtung und das damit verbundene, eigene Verhalten im Umgang mit Schutzbefohlenen kontinuierlich zu reflektieren. Dafür ist es essenziell, eine Kultur der Achtsamkeit zu etablieren, in der keinerlei physische oder psychische Grenzverletzungen geduldet werden. Diese Punkte sind auch im vereinsweiten Schutzkonzept des SOS-Kinderdorf e.V. fest verankert.
Weitere konkrete Maßnahmen
- Der SOS-Kinderdorf e.V. etabliert in Gesamtdeutschland in jeder Einrichtung die Stelle einer koordinierenden Fachkraft für Kinder- und Betreutenschutz, um den Schutz aller Betreuten zu verbessern und Konzepte zum Kinder- und Betreutenschutz weiterzuentwickeln. Dies ist keine gesetzliche Vorgabe, sondern ein Herzensanliegen des Vereins.
- Kinderschutz geht alle Mitarbeitenden an, deshalb werden verschiedene Fort- und Weiterbildungen zum Thema angeboten. Jeder Mitarbeitende im gesamten SOS-Kinderdorf e.V. muss die verbindliche Fortbildung „Gemeinsam aktiv für den Kinderschutz“ absolvieren.