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Zehn Jahre Offene Ganztagesschule am Ammersee-Gymnasium

14. November 2023

SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech feiert Jubiläum

An den „Lernwürfeln“ oder auch der sogenannten „Villa Kunterbunt“ des Ammersee-Gymnasiums in Dießen trafen sich das Team der Offenen Ganztagesschule, weitere Vertreter von SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech, die Schulleitung des ASG sowie interessierte Eltern zur Feier des zehnjährigen Jubiläums der OGTS und einem Informationsabend für alle Eltern der fünften Jahrgangsstufe. Die Container unterhalb des Gymnasiums sollten einmal eine provisorische räumliche Lösung für die OGTS sein, wurden über die Jahre hinweg aber zu einem heimeligen Kreativprojekt – einem Ort zum Wohlfühlen.
2013 starteten der Diplom-Sozialpädagoge Hermann Flörke und der Diplom-Pädagoge Thomas Rafensteiner vom SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech gemeinsam mit der Schulleitung und einer Elterninitiative das Projekt „Offene Ganztagesschule“ am Ammersee-Gymnasium. Sie packten gemeinsam an, arbeiteten Konzepte aus und suchten passende Räumlichkeiten.  Diese gestalteten alle zusammen – teilweise in Handarbeit – zu bunten Lern- und Spiellandschaften. Heute sind im „Smiley-Zimmer“, im „Fuchsbau“ und im „Vogelnest“ u.a. zwei Kicker, Brettspiele, Musikinstrumente, Couchen, allerhand Lernmaterialen und natürlich Stühle wie Bänke zum Hausaufgabenmachen untergebracht.

Tutoren: feste Stütze im Tagesablauf

Sophia Costanza, ehemalige Schülerin am ASG, ist seit Kurzem pädagogische Mitarbeiterin in der OGTS. „Ich war selbst hier in Betreuung,“ sagt sie. „Mir hat es sehr gut gefallen, außerdem will ich in einen sozialen Beruf hineinschnuppern.“ Im Team der OGTS arbeiten aktuell auch elf Schüler und Schülerinnen der 9. und 10 Jahrgangsstufe als Tutor oder Tutorin – mit regulärem Vertrag beim SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. Die jungen Betreuer begleiten jeweils an einem Nachmittag in der Hausaufgabenbetreuung und Freizeitgestaltung. Angeleitet werden sie durch fünf feste SOS-Mitarbeitende. Insgesamt betreut das Team rund 90 Kinder aus der fünften bis siebten Klasse in drei Gruppen – wobei die Fünftklässler die stärkste Gruppe bilden –, in den Anfängen waren es rund 40 Schüler in zwei Gruppen. Eine gute Verdopplung der Betreuungszahlen nach zehn Jahren!
Ab 13 Uhr erhalten die Schulkinder ihr warmes Mittagessen. Dann folgt die Lernzeit ab ca. 14 Uhr. Alle Schüler werden bei ihren Hausaufgaben unterstützt und können dazu Fragen stellen. Nach getaner Arbeit beginnt die „Freizeit“: Entweder sie treffen sich mit Freunden; spielen Fußball oder Brettspiele. Schach sei gerade sehr en vogue. Oder sie nehmen an Angeboten der OGTS teil: Im Werkraum werden beispielsweise Töpfern, Holzschnitzen oder Malworkshops angeboten. Draußen auch Bewegungsspiele. „Früher mussten wir die Kinder aufhalten, dass sie nicht gleich hinausspringen, um auf dem Pausenhof herumzutollen,“ erzählt Hermann Flörke, der auch als Schulsozialpädagoge tätig ist. „Heute sitzen viele herum und wollen sich nicht mehr so gerne bewegen. Spuren der Corona-Lockdowns.“ Dem wollen die Pädagogen in der OGTS entgegenwirken – „handyfreie Zone“ ist hier selbstverständlich. Was ihnen im Arbeitsalltag ebenso wichtig ist: Freiräume und Entspannungsinseln schaffen. Kinder sollen keinen weiteren Druck verspüren; sie können sich in der OGTS wohlfühlen und in Ruhe spielen. Einfach sein.

Zukünftig im Schulgebäude

Das SOS-Team der OGTS steht in engem Austausch mit der Schulleitung des ASG. An der Jubiläumsfeier würdigten Alfred Lippl, Schulleiter des ASG, und Susanne Gerlach, Mitglied der Schulleitung am ASG, den Einsatz der SOS-Mitarbeitenden. Sie ehrten ihre wertvolle pädagogische Arbeit vor Ort und freuten sich auf eine zukünftige Zusammenarbeit unter gleichem Dach: Denn 2024 soll der Anbau an der Schule starten und die OGTS aus den „Lernwürfeln“ ins Schulhaus umziehen. „Einerseits ist es ein Gewinn, dass wir dann Sanitäranlagen im gleichen Gebäude haben,“ sagt Flörke. „Andererseits werden wir unsere >Villa Kunterbunt< vermissen.“