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Petition

Mehr Selbstbestimmung bei Psychotherapie

Kinder in Krisen brauchen keine Genehmigung, sondern Hilfe

Psychisch krank zu sein, reicht nicht. Wer als junger Mensch Therapie braucht, muss erst die Zustimmung der Eltern einholen – auch wenn er oder sie reif genug ist, selbst zu verstehen, was hilft.
Klingt absurd? Ist es auch. Und für viele Kinder und Jugendliche, die nicht bei ihren Eltern leben oder deren Eltern sich zerstritten haben, bittere Realität.
Wir finden: Wer leidet und versteht, was Therapie ist, soll auch Hilfe bekommen – ohne bürokratischen Hürdenlauf.

Was ist das Problem?

Derzeit ist der Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung für Kinder und Jugendliche erheblich eingeschränkt, denn sie brauchen dafür die Genehmigung ihrer Sorgeberechtigten. Diese Genehmigung sollte nicht zur Hürde werden, denn wer leidet, möchte schnell Hilfe.
  • Viele junge Menschen machen die Erfahrung, dass sie an dieser Genehmigung scheitern oder sie erst nach Jahren der Diskussion erhalten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, z.B. wenn die Kinder nicht bei ihren Eltern leben, die Eltern gerade zerstritten oder mit anderen existenziellen Sorgen beschäftigt sind.
  • Nach Aussagen von Psychotherapeut*innen ist die Einsichtsfähigkeit ein besseres Abgrenzungskriterium als das reine Alter, das nicht zwingend das Entwicklungsalter abbildet.
  • Entwicklungsprozesse haben in der Kindheit und Jugend bestimmte Zeitfenster. Was dort versäumt wurde, ist später deutlich schwieriger aufzuholen. Studien zeigen, dass sich bei rund 50 Prozent aller psychisch erkrankten Erwachsenen erste Symptome bereits vor dem 14. Lebensjahr zeigen.
  • Kinder und Jugendliche verschweigen auch ihren Wunsch nach Hilfe, weil sie Konflikte mit ihren Sorgeberechtigten fürchten oder weil sie nicht möchten, dass persönliche Themen mit ihnen geteilt werden. Gerade in belasteten Lebenslagen, etwa in stationären Einrichtungen, wird die elterliche Zustimmung so zur faktischen Hürde für den Zugang zur Therapie.

Was fordern wir?

Der Kinder- und Jugendrat des SOS-Kinderdorf e.V. kennt dieses Problem aus eigener Betroffenheit. Auf die Initiative der Mitglieder des Kinder- und Jugendrats haben wir eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht. Dabei fordern wir:
Kinder und Jugendliche, sollen in Zukunft selbst entscheiden dürfen, ob sie eine Psychotherapie in Anspruch nehmen – wenn sie die nötige Einsicht und Reife besitzen. In schwierigen oder gar gefährdeten Lebenslagen darf dringend benötigte Hilfe nicht daran scheitern, dass eine elterliche Zustimmung fehlt.
Die Petition hat über 3.500 Unterschriften erreicht und wird derzeit vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags bearbeitet. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Sie haben Fragen zur Petition?

Sie erreichen uns via politik@sos-kinderdorf.de