Junge Stimmen, junge Perspektiven

Gezielt fördert der SOS-Kinderdorfverein die Beteiligung junger Menschen an gesellschaftlichen und politischen Debatten.
Voller Energie startete der Kinder- und Jugendrat des SOS-Kinderdorf e. V. im November 2025 in seine nächste Amtszeit. Zwei Tage lang traf sich das bundesweite Selbstvertretungsgremium in der Botschaft für Kinder in Berlin. Auf dem Programm standen unter anderem Qualifizierungsangebote und Workshops. Zahlreiche Elemente gestalteten die jungen Menschen dabei selbst; das stärkt ihre Kompetenz und macht Beteiligung konkret erlebbar. 2025 engagierten sich 48 Jugendliche von 14 bis 21 Jahren aus 20 SOS-Kinderdörfern im Rat, um ihre Anliegen in gesellschaftliche und politische Debatten einzubringen. Sie forderten etwa, dass einsichtsfähige Minderjährige auch ohne Zustimmung ihrer Eltern oder Sorgeberechtigten eine Therapie beginnen dürfen. Bei ihrem Berliner Treffen reichten die jungen Delegierten dazu eine Petition auf der digitalen Petitionsplattform des deutschen Bundestags ein. Denn gerade junge Menschen aus der stationären Jugendhilfe stehen bei einem Therapiewunsch oft vor großen Hürden. Jugendpolitische Veranstaltung

Wie wird die Welt kinder- und jugendgerechter?

Darum drehte sich die jugendpolitische Veranstaltung in der Botschaft für Kinder vom 17. bis 19. Mai 2025. Über 50 Teilnehmende aus SOS-Kinderdörfern erarbeiteten Positionen zu mentaler Gesundheit, Bildung, Armut und Jugendbeteiligung. Der Presse sowie Bundespolitiker*innen der SPD, der Jungen Union, der Grünen Jugend und der Linken stellten sie dann ihre Forderungen vor, zum Beispiel: mehr Schulsozialarbeit, Unterstützung für Care-Leaver*innen und günstigen Wohnraum.

Arbeitsreise nach Brüssel

Ein weiteres Highlight war die Reise dreier Jugendlicher aus dem SOS-Kinderdorf Mecklenburg-Vorpommern nach Brüssel. Vom 19. bis 21. Juni 2025 trafen sich dort unter dem Motto „Building Societies: Our Voice, Our Future“ 80 junge Menschen aus der ganzen EU zur Generalversammlung der EU Children’s Participation Platform. Als Teil der deutschen Vertreter*innen wirkten die SOS-Teilnehmenden in Arbeitsgruppen mit, etwa zu Online-Sicherheit und Cybermobbing. Die EU Children’s Participation Platform ist Teil der EU-Kinderrechtsstrategie. Als Mitglied der Plattform ermöglicht es der SOS-Kinderdorf e. V. jungen Menschen, an EU-Beteiligungsformaten teilzuhaben.