Später Einstieg in den Traumjob
Die eigenen Kinder sind erwachsen – da entscheidet Ines Freiheit, ihrem Berufsleben als SOS-Kinderdorfmutter noch einmal eine ganz neue Wendung zu geben.
Im SOS-Kinderdorf Harksheide ist die Freude groß, als Ines Freiheit im August 2024 an den Start geht: In ihrer neuen SOS-Kinderdorffamilie bietet die damals 51-Jährige drei Geschwistern ein geschütztes Zuhause. Was hat sie dazu bewogen, sich dieser anspruchsvollen Aufgabe zu stellen? „Ende 2019 suchte ich nach Stellen für Erzieherinnen“, erzählt Freiheit, die vor ihrem Wechsel zum SOS-Kinderdorfverein in einer Dresdner Kindertagesstätte als Integrationsfachkraft und Gruppenerzieherin arbeitete. „Damals stieß ich auf die SOS-Kinderdorf-Website und las zum ersten Mal etwas über Kinderdorfmütter. Ich war sofort fasziniert von dem Gedanken, selbst SOS-Kinderdorfmutter zu sein. Es dauerte allerdings noch lange, bis ich eine Bewerbung einreichte. Mir war klar, dass sich mit diesem Schritt mein Leben komplett ändern würde.“
Wohlbedachter Aufbruch
Der Abschied vom bisherigen Lebensmittelpunkt Dresden, wo ihre beiden erwachsenen Söhne leben, will gut überlegt sein. Doch im Sommer 2022 nimmt Freiheit an den Auswahlverfahren und Eignungsprüfungen für angehende SOS-Kinderdorfmütter und -väter teil. Im Herbst 2023 arbeitet sie erstmals im SOS-Kinderdorf Harksheide: In einer Kinderdorffamilie sammelt sie praktische Erfahrungen, lotet aus, ob Harksheide ihr neuer Lebensmittelpunkt werden könnte. Die Entscheidung fällt schnell – und im Kinderdorf beginnen Anfang 2024 die vorbereitenden Arbeiten an einem Wohnhaus.
Dann trifft die Anfrage ein, ob das SOS-Kinderdorf drei Geschwisterkinder im Alter von drei, fünf und neun Jahren aufnehmen könne. Damit beginnt für Freiheit der Alltag als SOS-Kinderdorfmutter. Eine Erzieherin unterstützt sie, vertritt Freiheit an ihrem wöchentlichen freien Tag oder während ihres Urlaubs. Bei Bedarf hilft zudem eine Hauswirtschaftskraft. Der regelmäßige Austausch mit den anderen SOS-Kinderdorfmüttern, dem Fachdienst und der einrichtungseigenen Kinderschutzbeauftragten vervollständigt den professionellen Rahmen.
Angekommen im neuen Alltag
„Es hat sich gelohnt, alle Hindernisse zu überwinden. Ich vermisse nichts, für mich ist meine jetzige Tätigkeit ein Abschnitt im Leben, der herausfordernd, aber auch schön ist“, sagt Freiheit. Ihr Wunsch für die Zukunft? „Die Kinder zu begleiten, bis sie erwachsen sind. Damit ich sie ruhigen Gewissens ins eigene Leben entlassen kann und weiß, sie waren hier gut versorgt.“