Widerstand gegen den Zahn der Zeit

Bujumbura ist die größte Stadt und das wirtschaftliche Zentrum Burundis. Der Bau des dortigen SOS-Kinderdorfes samt Kindergarten und Grundschule begann 1985. 1997 kam eine Sekundarschule hinzu. Nun steht eine grundlegende Renovierung an: Das tropische Klima hat alle Gebäude sowie Wege und weitere Infrastruktur erheblich beschädigt. Nach gründlicher Planung seit 2022 sollen die Arbeiten im Juli 2023 beginnen. Die Fertigstellung ist innerhalb eines Jahres geplant. Der SOS-Kinderdorf e. V. unterstützt die Renovierung finanziell, da Burundi zu den 20 Fokusländern zählt, in denen sich der Verein gezielt engagiert.

Umfassende Angebote für Kinder, junge Menschen und Familien

Am SOS-Standort Bujumbura gibt es 13 Familienhäuser, ein Verwaltungsgebäude, ein Gästehaus, eine Jugendeinrichtung, einen Kindergarten und ein medizinisches Zentrum. Hinzu kommen zwei Hermann-Gmeiner-Schulen mit diversen Gebäuden. Die beiden SOS-Schulen in Bujumbura umfassen eine Grund- und eine weiterführende Schule, deren hochwertiges Ausbildungsangebot hohes Ansehen genießt. Aktuell besuchen 546 Kinder die Grundschule, darunter 69 aus SOS-Kinderdorffamilien, drei aus dem SOS-Familienstärkungsprogramm. 800 junge Menschen – zu 75 Prozent aus Kinderdorffamilien – lernen an der Sekundarschule; rund 200 von ihnen leben derzeit im angegliederten Internat. Die Schule eröffnet gute Perspektiven: In den vergangenen Jahren zählte besonders die Sekundarstufe in internationalen Rankings wiederholt zu den drei besten Schulen Burundis. Auch der Sohn des Staatspräsidenten hat dort sein Abitur gemacht. Viele Absolventinnen und Absolventen besuchen die Universitäten in Bujumbura oder das Hermann-Gmeiner- College in Ghana. 
Das 1992 eröffnete medizinische Zentrum steht auch Menschen aus der Community offen. Es bietet medizinische Grundversorgung für Kinder und notleidende Familien – etwa Routineuntersuchungen, Präventionsmaßnahmen wie Impfungen, Behandlungen und Operationen. Außerdem beraten die Fachkräfte zu Hygiene, Ernährung und Familienplanung. 65 Prozent der Patientinnen und Patienten sind unter 18. Das SOS-Familienstärkungsprogramm des Kinderdorfes unterstützt ebenfalls viele Familien in der Umgebung.

Weitreichende Instandsetzungsarbeiten vorgesehen

Die anstehenden Arbeiten sind umfangreich. Unter anderem werden die Dächer mit hitzebeständigen Materialien gedeckt, auch die Zwischendecken in den Gebäuden müssen teilweise erneuert werden. Sobald die Risse an den Innen- und Außenwänden repariert sind, erhalten diese einen wasserfesten Anstrich, um weitere Erosion zu verhindern. Die Fußböden und Fliesen in Badezimmern und Küchen werden ausgebessert, Türen und Fenster repariert sowie Moskitonetze angebracht. Instandhaltungsarbeiten am elektrischen System sind ebenso geplant wie der Ersatz der bislang genutzten Glühbirnen durch LED-Leuchten. Wo nötig wird das Mobiliar repariert oder ersetzt. Vorgesehen sind zudem Arbeiten an den Gehwegen und am Entwässerungssystem. Außerdem erhält das Dorf ein Regenwasserauffangsystem, unter anderem zum Bewässern der Pflanzen in der regenarmen Zeit.