Was macht eine Patenschaft bei SOS-Kinderdorf besonders?
Zu wissen, dass das Geld ankommt und für Gutes eingesetzt wird. Wir bekommen regelmäßige Updates, wofür das Geld genutzt wurde, und dies motiviert uns, weiter zu sammeln und zu spenden. Ich kann nur jedem ans Herz legen, dasselbe zu tun.
Seit wann bist du Patin?
Seit der Coronazeit. Zum einen unterstützen wir das SOS-Kinderdorf in Pristina monatlich mit einer Spende und zum anderen haben wir ein öffentliches Spendenkonto eingerichtet, über das wir zum Beispiel bei Events Spenden sammeln und auf die Wichtigkeit der Patenschaft aufmerksam machen können.
Warum für das SOS-Kinderdorf in Pristina?
Meine Schwiegereltern sind beide aus dem Kosovo. Sie kamen als Gastarbeiter nach Deutschland, und mein Mann und seine Geschwister wurden hier geboren. Wir wollten mit der Dorfpatenschaft für Pristina die Heimat meines Manns unterstützen und Kindern, die nicht so viel Glück wie wir hatten, eine bessere Zukunft ermöglichen.
Was motiviert dich daran, diese Patenschaft aufrechtzuerhalten?
Durch unsere familiären Bindungen zum Kosovo wissen wir, wie viel Armut und Arbeitslosigkeit es dort gibt und wie wenig Perspektiven die Kinder haben. Der Kosovo ist das ärmste Land in Europa und bis zu 50 Prozent der Jugendlichen sind dort arbeitslos. Es ist unsere Motivation, den Kindern Perspektiven zu ermöglichen. Das geht nur mithilfe von Spenden.
Ist deine ganze Familie involviert?
Ja, mein Mann, ich und die Kinder sprechen viel darüber. Wir möchten das Kinderdorf auch zeitnah besuchen. Doch unser jüngstes Kind ist mit zwei Jahren noch recht klein. Wenn es etwas älter ist, werden wir gemeinsam als Familie dorthin fahren. Darauf freue ich mich schon heute. Auch unsere Kinder fiebern dieser Reise schon entgegen.
Was gibt dir die Patenschaft?
Es fühlt sich gut und richtig an, zu helfen. Wir hatten und haben immer wahnsinnig viel Glück im Leben und möchten etwas zurückgeben. Das macht mich glücklich.
Was hast du bisher erreicht?
Das Positivste ist, dass unser anfängliches Spendenziel binnen kürzester Zeit erreicht war und wir uns neue Ziele setzen konnten. Durch ein Event anlässlich unserer Geburtstage haben wir statt Geschenken um Spenden gebeten und dabei wiederum eine tolle Summe zusammenbekommen. Darauf sind wir unglaublich stolz.
Du hast selbst vier Kinder. Hat das deine Entscheidung beeinflusst, eine Patenschaft zu übernehmen?
Unbedingt. Als Mutter zerreißt es mir das Herz, zu wissen, dass es Kinder gibt, die ohne Eltern und in Armut aufwachsen. Das Prinzip des SOS-Kinderdorfs ist daher umso schöner: Es leben bis zu sechs Kinder in einer Kinderdorffamilie und werden von einer Kinderdorfmutter oder einem Kinderdorfvater unterstützt. Das gibt ihnen Halt und Liebe. Wenn ich dazu beitragen kann, dass diese Fachkräfte weiter ihren Dienst leisten können, sodass die Kinder in Frieden und ohne Hunger aufwachsen, sind wir unserem Ziel schon ein wenig näher.
Was war bisher der schönste Moment?
Der schönste Moment ist für uns zu sehen, dass man viel erreichen kann, wenn man zusammenhält. Meine Freunde und meine tolle Community haben sehr großzügig gespendet und tun es weiterhin. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl für etwas Gutes motiviert mich dazu, weiterzumachen. Der Weg ist noch lang, aber selbst wenn sich durch mich nur ein paar Leute angesprochen fühlen, eine Patenschaft zu übernehmen, haben wir schon mehr erreicht als gestern.