Schwere Überschwemmungen in Nepal
Sugam wird zum Waisenkind
Am Morgen seines Geburtstages änderte sich Sugams* Leben für immer: Ein Erdrutsch zerstörte sein Zuhause und riss seine Mutter mit sich. Jetzt braucht der fünfjährige Junge dringend Hilfe, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und wieder Hoffnung zu schöpfen.
Am 8. Oktober besuchte das Team von SOS-Kinderdorf Kavre das von Überschwemmungen betroffene Gebiet in Panauti. Dort spielte der fünfjährige Sugam fröhlich mit seinen Freunden, und sein Lachen erfüllte die Luft. Doch hinter dieser unbeschwerten Fassade verbirgt sich eine tiefe Tragödie, die sein junges Leben nur wenige Tage zuvor verändert hatte.

Ein tragischer Geburtstag

Der 28. September, Sugams Geburtstag, wird ihm immer in Erinnerung bleiben – jedoch nicht als freudiger Tag, sondern als der Tag, an dem er seine Mutter verlor. Am Morgen dieses Tages hatte starker Regen das Dorf überflutet und Erdrutsche ausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt war Sugam bei seiner Großmutter Shanta in einem Nachbarhaus. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu seiner Mutter und seiner Tante, die in einem nahegelegenen Haus schliefen.
Doch bevor sie sie erreichen konnten, brach ein gewaltiger Erdrutsch los, der das Haus verschüttete und Sugams Mutter und Tante mit in den Tod riss. Seine Großmutter versuchte verzweifelt, ihre Töchter zu retten, wurde jedoch ebenfalls vom Erdrutsch erfasst und schwer verletzt. Sie überlebte, ist jedoch seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt.

Täglicher Überlebenskampf nach Erdbeben und Erdrutsch

Sugams Großeltern hatten schon immer ein hartes Leben im Dorf. Sein Opa Kancha verdiente seinen Lebensunterhalt mit schwerer körperlicher Arbeit. Nach dem Erdbeben 2015, das ihr Haus zerstörte, wurde es von einer NGO wiederaufgebaut – doch der Erdrutsch riss auch dieses Haus fort. 
Nun muss Kancha sich nicht nur um seine bettlägerige Frau Shanta kümmern, sondern auch um seinen Enkel Sugam. Das beschädigte Land und der fehlende Verdienst verschärfen die ohnehin prekäre Lage der Familie, die nun auch mit hohen medizinischen Kosten zu kämpfen hat.

Hoffnung für Sugam durch SOS-Kinderdorf Nepal

Das Team von SOS-Kinderdorf Kavre besuchte die Familie und erkannte die schwierigen Lebensbedingungen, in denen der Junge mit seinem Großvater lebt. Es wurde schnell klar, dass Sugam dringend eine sichere und langfristige Betreuung braucht. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden wird daran gearbeitet, ihn ins SOS-Kinderdorf Kavre zu bringen – spätestens Ende Oktober soll Sugam umziehen.

Zukunftsaussichten

Trotz der schweren Verluste gibt es Hoffnung für Sugams Zukunft. Das SOS-Kinderdorf wird ihm Fürsorge, Bildung und Unterstützung bieten, damit er seine traumatischen Erlebnisse bewältigen und eine bessere Zukunft aufbauen kann. Sugams Geschichte zeigt, wie Naturkatastrophen Kinder aus ihrer Kindheit reißen, aber auch, wie Gemeinschaft und Hilfe neue Chancen schaffen können.
* Name zum Schutz der Privatsphäre geändert