Warum SOS-Kinderdorf in Paraguay tätig ist
Paraguay liegt u. a. bei den Impfquoten, der Trinkwasserversorgung, der Abwasserentsorgung und der Einschulung in weiterführende Schulen unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt. Auch die Einkommensungleichheit sowie die Kinder- und Müttersterblichkeit sind höher. Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren leben viele Kinder und Jugendliche weiterhin in Armut, insbesondere in ländlichen Gebieten, in denen mehr als ein Drittel der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Hier fehlt es vielen noch immer an sanitären Einrichtungen, sauberem Wasser, Strom und angemessenen Wohnungen, was das Leben Tausender Kinder beeinträchtigt.
Mangelnde Gesundheitsversorgung
Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren ist ein wichtiger Indikator für das Recht der Kinder auf Gesundheitsversorgung, Ernährung, Wasser, soziale Sicherheit und Schutz. In Paraguay ist sie in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen – 2007 lag sie bei 29 pro tausend, 2020 bei 19 pro tausend Kinder. Aber – und das ist ein Indikator für die Bedingungen, denen Kinder weiterhin ausgesetzt sind – sie bleibt höher als die durchschnittliche Rate in der Region Lateinamerika und Karibik.
Mangelnder Zugang zu Wasser
Paraguay hat Fortschritte beim Zugang zu Trinkwasser erzielt, aber rund ein Drittel der Bevölkerung trinkt immer noch Wasser aus Rohrleitungen, Bohrlöchern oder Rohrbrunnen. Wenn das Wasser nicht vor Ort verfügbar ist und geholt werden muss, sind Frauen und Mädchen fast zweieinhalb Mal häufiger als Männer und Jungen die wichtigsten Wasserträger für ihre Familien.