SOS-Kinderdorf Jamaika
Amerika

SOS-Kinderdorf in Jamaika

SOS-Kinderdorf hilft seit den 1970er-Jahren Kindern, Jugendlichen und ihren Familien im Kampf gegen Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität.

Hurrikan „Melissa“ trifft Jamaika schwer

Hurrikan „Melissa“ ist im Oktober 2025 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Kilometern pro Stunde auf Jamaika getroffen. Straßen und Brücken wurden beschädigt, ganze Gebiete überflutet und mehrere Hunderttausend Haushalte vom Stromnetz abgeschnitten. Besonders die Region Saint Elizabeth Parish im Westen des Landes wurde schwer verwüstet. 
SOS-Kinderdorf ist in Jamaika in der Hauptstadt Kingston und in Montego Bay aktiv, wo Kinder und Jugendliche in SOS-Kinderdörfern und Jugendwohngruppen leben und betreut werden. Allen Betreuten geht es gut und niemand wurde durch den Hurrikan verletzt. 

Schäden an beiden Standorten 

Im SOS-Kinderdorf Kingston wurden Dächer und die Wasserinfrastruktur beschädigt. Die Versorgung der Kinder war jedoch gesichert. Im SOS-Kinderdorf Montego Bay stellt sich die Lage ernster dar: Dort kam es zu massiven Erdrutschen, Überschwemmungen und schweren Gebäudeschäden. Dächer wurden abgedeckt, Strom- und Wasserleitungen zerstört und Wege unpassierbar. Viele Kinder verloren persönliche Gegenstände wie Kleidung, Betten oder Schulsachen und mussten ihr Zuhause verlassen. In den ersten Tagen wurden die Kinder aus Montego Bay evakuiert und vorübergehend im SOS-Kinderdorf Kingston untergebracht. 

Die Situation heute 

Die Reparaturen haben begonnen. Allerdings sind die Kosten dafür noch nicht gedeckt. Es gab viele Geld- und Sachspenden, um das SOS-Kinderdorf in Montego Bay wieder instand zu setzen. Allerdings können noch nicht alle nötigen Maßnahmen finanziert werden. 
Geplant ist, die Wasser- und Abwassersysteme sowie die Häuser und die Lernräume zu modernisieren. Zugangswege und Entwässerungssysteme sollen verbessert werden, um das SOS-Kinderdorf künftig besser vor Stürmen und Sturzfluten zu schützen. Um langfristig auf solche Notlagen vorbereitet zu sein, stärkt SOS-Kinderdorf Jamaika den Katastrophenschutz, führt regelmäßige Notfallübungen durch und weitet die Unterstützung für besonders betroffene Familien in den umliegenden Gemeinden aus.
Stand: 17.04.2026 

Warum SOS-Kinderdorf in Jamaika hilft

Auch unabhängig von Naturkatastrophen stehen viele Kinder und Jugendliche in Jamaika vor großen Herausforderungen. Die meisten Kinder besuchen zwar die Schule, doch viele schließen sie nicht ab oder brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Fehlende Perspektiven erhöhen das Risiko von Armut und Ausbeutung.
Gewalt gehört für viele Kinder zum Leben. In manchen Regionen des Landes sind Banden aktiv und prägen den Alltag der Menschen. Besonders Mädchen sind gefährdet. Begrenzte Aufklärung und ungleicher Zugang zu Angeboten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit führen dazu, dass frühe Schwangerschaften weiterhin ein Thema sind. Viele junge Frauen verlassen die Schule und haben später nur geringe Chancen auf ein eigenständiges Leben.
Kinder ohne stabile familiäre Strukturen sind besonders gefährdet. Sie brauchen Schutz, Bildung und verlässliche Bezugspersonen, um sich sicher entwickeln zu können.

Es gibt viele Herausforderungen

19 Prozent aller Kinder schließen nicht die Grundschule ab.

19 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren gehen weder zur Schule, noch haben sie einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

7,7 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt.

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