Warum SOS-Kinderdorf in El Salvador tätig ist
In El Salvador bedeutete das Ende des Kriegs nicht das Ende der Gewalt. Das Land hat derzeit die sechsthöchste Mordrate der Welt, was zum Teil auf intensive Bandenaktivitäten zurückzuführen ist. Gewalt ist oft mit Armut verbunden – bei rund einem Drittel der Bevölkerung, die in Armut lebt, kann die Familie vor Ort den Schutz ihrer Kinder nicht immer gewährleisten. Auch Naturkatastrophen stellen ein echtes Risiko für die Sicherheit der Menschen dar. Kinder und Jugendliche, die in gefährdeten Familien leben, sind oft die ersten, die die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen.
Gesundheit
Etwa 13 von 1.000 Kindern sterben vor dem fünften Lebensjahr. Diese Sterblichkeitsrate spiegelt unmittelbar die Probleme wider, die die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in El Salvador beeinträchtigen. Sie zeigt auch, dass viele Familien keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung haben. Ungefähr jede zehnte Geburt wird nicht registriert. Doch Kindern, die keine amtlichen Ausweispapiere haben, kann die medizinische Versorgung oder Bildung verweigert werden. Außerdem werden sie leichter gezwungen, früh zu heiraten oder zu arbeiten.
Bildung
In El Salvador gehen viele Kinder nicht in die Grundschule. Zwangsvertreibung, Drohungen, Entführungen, sexuelle Gewalt und Morde – extreme Gewalt hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft, aber auch auf die Bildung. In den vielen Vierteln El Salvadors, die von kriminellen Banden kontrolliert werden, haben fast die Hälfte der Kinder keinen Zugang zu Bildung. Und ohne Bildung ist es für die Banden wahrscheinlicher, Kinder und Jugendliche zu rekrutieren oder auszubeuten.