Warum SOS-Kinderdorf in Tunesien tätig ist
Ein Viertel der tunesischen Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre alt. Dies macht Tunesien demografisch gesehen zu einem sehr jungen Land. Obwohl die Einschulungsrate mit 98 Prozent sehr hoch ist, brechen jedes Jahr viele Schulkinder die Schule ab, weil ihre Familien mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben und es ihnen schwer fällt, ihre Kinder in der Schule zu halten. Junge Menschen sind außerdem mit einer hohen Arbeitslosenquote konfrontiert. Das wirkt sich negativ auf ihre Chancen aus, einen Arbeitsplatz zu finden und ein erfülltes Leben zu führen.
Arbeitslosigkeit
Tunesien hat eine Gesamtarbeitslosenquote von über 15 Prozent. Eine hohe Arbeitslosenquote bedeutet, dass die Wirtschaft nicht in der Lage ist, genügend Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Eine hohe Arbeitslosigkeit verschärft die sozialen Probleme und verursacht Leid in den Familien. Jugendliche sind besonders davon betroffen: Ein Drittel der jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren findet keinen Arbeitsplatz. Frauen und Menschen mit Hochschulabschluss sind besonders betroffen.
Kindersterblichkeit
Auch wenn die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren in Tunesien in den letzten Jahren stetig gesunken ist, ist sie immer noch relativ hoch: 17 Kinder pro 1.000 Lebendgeburten sterben vor dem fünften Lebensjahr. Diese Sterblichkeitsrate spiegelt auch die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen wider, unter denen Kinder leben. Dazu gehört der Zugang von Kindern und Gemeinden zu Dingen wie medizinischer Grundversorgung, Impfungen und angemessener Ernährung.