Warum SOS-Kinderdorf in Mauritius tätig ist
Mauritius hat beim Kinderschutz große Fortschritte gemacht. Die Kindersterblichkeitsrate des Landes ist gesunken, und der allgemeine Zugang zu sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Bildung hat sich verbessert. Das Wirtschaftswachstum ist jedoch nicht im ganzen Land gleich, und viele Kinder haben Schwierigkeiten, der Armut zu entkommen. Obwohl die Regierung von Mauritius Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderarbeit ergriffen hat, ist die kommerzielle Ausbeutung von Minderjährigen noch nicht völlig verschwunden.
Kinderarbeit
Trotz konkreter Bemühungen der mauritischen Regierung zur Bekämpfung der Kinderarbeit werden immer noch rund zwei Prozent der Kinder zur Arbeit gezwungen. Das mag relativ wenig erscheinen, aber sie sind immer noch in der Landwirtschaft, im Straßenverkauf und in der Hausarbeit tätig.
Viele dieser Kinder arbeiten in einem schädlichen Umfeld, in dem sie gefährliche Maschinen bedienen müssen. Andere, vor allem junge Mädchen, werden häufig sexuell ausgebeutet.
Armut
Die Armut ist zwar leicht zurückgegangen, jedoch sind ungefähr acht Prozent der Bevölkerung immer noch sehr arm. Dies liegt daran, dass Bessergestellte auf Mauritius stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung profitierten als die Ärmeren. Die Einkommensungleichheit hat sich rasch vergrößert, denn die Nachfrage nach ungelernten Arbeitskräften ist zurückgegangen. Das bedroht nun die Existenzgrundlage armer Familien, insbesondere in den ländlichen Gebieten von Mauritius. Kinder aus diesen Familien sind stark benachteiligt.