Warum SOS-Kinderdorf in Madagaskar tätig ist
Kinder und Jugendliche gehören zu den am meisten gefährdeten Gruppen in Madagaskar. Fast neun Millionen Kinder leben in Armut, vor allem in den ländlichen Gebieten. Viele erhalten nicht die nötige Menge oder Art von Nahrung, die sie brauchen, um gesund zu wachsen. Da die Familien um ihren Lebensunterhalt kämpfen, brechen viele Kinder die Schule ab, denn sie müssen oft arbeiten. Junge Mädchen sind in der Regel besonders schutzlos, da ein beträchtlicher Teil von ihnen vor dem 18. Lebensjahr verheiratet wird. Dies bedeutet häufig das Ende ihrer formalen Ausbildung.
Unterernährung
Unterernährung ist in Madagaskar ein weitverbreitetes Problem. Unbeständige Witterungsbedingungen zerstören die Ernten und viele in Armut lebende Menschen sind nicht in der Lage, ihre Familien mit ausreichend nahrhaften Lebensmitteln zu versorgen. Rund zwei Millionen madagassische Kinder unter fünf Jahren sind von Unterernährung betroffen und wachsen nicht gesund auf. Das hat oft dauerhafte Auswirkungen auf ihr körperliches Wachstum und ihre geistige Entwicklung.
Bildung
Obwohl die Zahl in den letzten Jahren gestiegen ist, gehen mehr als 900.000 madagassische Kinder nicht zur Schule. Außerdem schließt nur eines von drei Kindern die Grundschule ab. In der Folge verfügen nur sehr wenige über Mindestkompetenzen im Lesen und in der Mathematik. Viele besuchen die Schule nicht oder brechen sie aus wirtschaftlichen Gründen ab, weil sie arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen müssen. Fast ein Viertel der Kinder unter 18 Jahren arbeitet, oft unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen.