Warum SOS-Kinderdorf in der Demokratischen Republik Kongo tätig ist
Kinder in der Demokratischen Republik Kongo sind mit vielen Problemen konfrontiert, darunter mangelnde Bildung, fehlender Zugang zu Gesundheitsversorgung, extreme Armut, Kinderarbeit und vieles mehr. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Kinder unter 18 Jahren. UNICEF schätzt, dass 11,5 Millionen Kinder humanitäre Hilfe benötigen. Aufgrund der weitreichenden gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie haben besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, insbesondere Frauen und Kinder, mit verheerenden Folgen zu kämpfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder die Schule besuchen und Zugang zu angemessener Ernährung und Gesundheitsversorgung haben, ist geringer geworden.
Ernährungsunsicherheit
Ein Viertel der Bevölkerung in der Demokratischen Republik Kongo leidet unter Ernährungsunsicherheit. Die Ernährungskrise ist zum Teil auf gewaltbedingte Vertreibungen und zusammenbrechende Verkehrsverbindungen zurückzuführen, die die landwirtschaftliche Produktion stark beeinträchtigen. Familien im ganzen Land haben keinen Zugang zu gesunden Lebensmitteln. Tatsächlich sind über 40 Prozent der Kinder in der Demokratischen Republik Kongo unterernährt. Selbst dort, wo Lebensmittel verfügbar sind, können sich viele Menschen aufgrund hoher Preise und sinkender Einkommen keine nahrhaften Mahlzeiten leisten.
Binnenflucht
Die Demokratische Republik Kongo hat weltweit die zweithöchste Anzahl an Vertriebenen. Aufgrund jahrzehntelanger Auseinandersetzungen sind Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Die Gewalt konzentriert sich auf die östlichen Provinzen Ituri sowie Nord- und Süd-Kivu. Die meisten der 5,2 Millionen Binnengeflüchteten leben in behelfsmäßigen Lagern und städtischen Gebieten mit schlechten sanitären Einrichtungen und schlechter medizinischer Versorgung. In diesen Provinzen kommt es auch zu Ausbrüchen von Ebola und Cholera. Kinder leben hier besonders gefährlich, da sie oft als Kindersoldaten rekrutiert werden.