Franck (16) trägt einen Eimer Futter über den Hof. Seine Enten laufen ihm hinterher. Er bückt sich und streut die ersten Körner in den Sand. „In meiner Freizeit kümmere ich mich gerne um meine Enten“, sagt Franck. „Ich habe mehrere und liebe es, sie zu füttern und zu beobachten. Das gefiel mir schon als Kind. Ich ziehe sie auf und verkaufe sie dann auf dem Markt.“ Nicht viel, aber ein bisschen Geld kommt dabei zusammen. Davon kauft Franck Kleidung und Schuhe. Er ist der Älteste von vier Geschwistern. Sein Vater ist gestorben, und seine Mutter kümmert sich allein um die Kinder. Franck versucht, sie dabei zu unterstützen.
Ein sicheres Zuhause entsteht
Familien wie die von Franck stehen im Fokus der SOS-Familienstärkung. An mehreren Standorten in Burundi identifizieren Sozialarbeitende gemeinsam mit den lokalen Behörden bedürftige Familien, erstellen einen Hilfeplan und begleiten sie langfristig. Francks Mutter kommt über Behörden in Kontakt mit SOS-Kinderdorf.
„Das Dach war undicht. Meine Mutter reparierte es oft, aber wenn es regnete, tropfte das Wasser trotzdem ins Haus.“
Die ersten Hilfsmaßnahmen betreffen das Haus der Familie. „Die Wände waren schief, wir hatten immer Angst, dass sie einstürzen“, sagt Franck. SOS-Kinderdorf übernimmt die Arbeits- und Materialkosten für Fenster, Türen und ein neues Wellblechdach.
Gesund werden, lernen, vorankommen
Franck leidet seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen. An manchen Tagen bleibt er im Bett und schläft den ganzen Tag. Die notwendige Medizin ist für seine Mutter zu teuer. SOS-Kinderdorf übernimmt die Kosten, sodass Franck richtig eingestellt wird und wieder am Alltag teilnimmt. „SOS-Kinderdorf bezahlte unsere Schulmaterialien und -gebühren, damit meine Geschwister und ich eine gute Ausbildung bekommen“, erzählt Franck. Lernen fällt ihm manchmal schwer, aber er geht trotzdem gerne zur Schule. „Meine Mutter brachte mir bei, die Schule zu lieben“, sagt der 16-Jährige.
„Wenn ich sehe, wie es Kindern geht, die sie abbrechen, finde ich das schlimm. Ich kann Ausbeutung nur verhindern, wenn ich auf meine Mutter höre und in der Schule bleibe.“
Bevor SOS-Kinderdorf die Familie unterstützte, half Francks Mutter bei einem Landwirt in der Umgebung aus. Heute bekommt sie Samen für Maniok, Mais und Bohnen und baut ihr eigenes Gemüse an, verkauft es und kann ihre Kinder versorgen.
Mit kleinen Schritten zum Entenzüchter
Jugendliche in Francks Alter träumen oft davon, Ärzte oder Piloten zu werden. Franck hat andere Pläne: „Ich will Entenzüchter werden, weil ich hier im Dorf bleiben kann und mir keine Sorgen mehr um Geld machen muss”, sagt er. „Enten vermehren sich schnell und sind beim Futter nicht anspruchsvoll, das gefällt mir besonders. Wenn ich mit der Schule fertig bin und mehr Zeit habe, will ich noch mehr Enten kaufen.“ Franck ist überzeugt, dass sein Leben in zehn Jahren besser sein wird. Er erklärt: „Ich bin mutig. Ohne diesen Mut hätte ich wegen meiner schlechten Gesundheit die Schule aufgegeben. SOS-Kinderdorf gibt mir jede Unterstützung, die ich brauche.“
