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SOS-Kinderdorf Benin

Neuer Brunnen in Natitingou

Natitingou ist eine kleine Stadt im Nordwesten Benins, einer der ärmsten Regionen des Landes. Viele junge Menschen leben hier, die Bevölkerung wächst schnell. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft, denn andere Arbeitsmöglichkeiten sind rar. Auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist begrenzt. 
Ein großes Problem, vor allem an den Stadträndern, ist der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folgen sind gravierend. Immer wieder erkranken Kinder an Durchfall, weil sie Wasser aus verschmutzten Quellen trinken. Laut der leitenden Pflegekraft eines Gesundheitszentrums stehen rund 60 Prozent der Erkrankungen bei Kindern bis zehn Jahren im Zusammenhang mit verunreinigtem Wasser. 

Ein Brunnen verändert den Alltag 

SOS-Kinderdorf Benin hat sich entschlossen zu handeln. Gemeinsam mit der Organisation GENTE AFRICA hat das Team vor Ort einen Brunnen gebaut und sich dabei finanziell und technisch eingebracht. Die Bohrarbeiten haben nur wenige Stunden gedauert. Als schließlich Wasser aus dem Boden sprudelte, brachen die Menschen in Jubel aus. Viele haben kaum glauben können, dass nun sauberes Trinkwasser für sie verfügbar ist.
N’ko, eine junge Frau aus dem Dorf und Teilnehmerin der Programme von SOS-Kinderdorf, erinnert sich an die Zeit vor dem Brunnen:
„Früher haben wir das Wasser aus dem Fluss getrunken. Mit diesem Wasser haben wir auch gekocht und uns gewaschen.“
Heute versorgt der Brunnen rund 1.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser. Damit er dauerhaft erhalten bleibt, haben die Bürgerinnen und Bürger ein Komitee gegründet, das sich künftig um die Verwaltung und Instandhaltung der Anlage kümmert. 

Prekäre Wasserversorgung in Benin 

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist in Benin sehr ungleich verteilt und hängt stark vom Einkommen der Haushalte ab. Nur etwa 56 Prozent der ärmeren Familien haben Zugang zu einer grundlegenden Wasserversorgung, während es bei den wohlhabenderen Haushalten rund 86 Prozent sind.* Auch zwischen Stadt und Land bestehen Unterschiede: In Städten ist die Situation meist besser, doch auch dort haben nicht alle Menschen zuverlässig Zugang zu sauberem Wasser. 
Wo Wasser nicht direkt verfügbar ist, zeigt sich auch eine klare Geschlechterungleichheit: Das Wasserholen übernehmen meist Mädchen und Frauen. Viele von ihnen müssen dafür weite Strecken zurücklegen. Das hat Folgen für Bildung und Einkommen. Mädchen fehlen im Unterricht, kommen zu spät oder müssen früher nach Hause gehen und verpassen wichtigen Unterrichtsstoff. Für Mütter bedeutet das Wasserholen außerdem weniger Zeit, um einer Arbeit nachzugehen und Geld zu verdienen. 
Auch die Regierung Benins bemüht sich, die Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu verbessern. Verschiedene Programme und Initiativen sollen den Zugang ausweiten. Dennoch bleibt die Situation, besonders in ländlichen Regionen, eine große Herausforderung. 
* Quelle: WHO & UNICEF (2025): Progress on household drinking water, sanitation and hygiene 2000–2024: Special focus on inequalities. 

SOS-Kinderdorf vor Ort

SOS-Kinderdorf Benin ist an den Standorten Natitingou und Abomey-Calavi aktiv. Vor Ort betreiben wir SOS-Kinderdörfer und bieten ambulant betreutes Wohnen sowie Programme zur Stärkung von Familien und zur Gesundheitsprävention an. Darüber hinaus unterstützen wir Jugendliche und Eltern in Benin mit berufsbildenden Maßnahmen.

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