SOS-Kinderdorf wird 70
Geburtstagswünsche und Erinnerungen unserer Förderer

Danke für 70 Jahre Unterstützung!

Der deutsche SOS-Kinderdorf e.V. feiert 2025 sein 70-jähriges Bestehen!
Seit so vielen Jahren setzen wir uns für Kinder und Familien in Not ein. Ohne eine Vielzahl an Unterstützerinnen und Unterstützern wäre das nicht möglich gewesen.
Zum 70-jährigen Jubiläum haben uns viele langjährige Spenderinnen und Spender gratuliert. Wir erhielten sehr persönliche Anekdoten und Erinnerungen darüber, was sie mit SOS-Kinderdorf verbindet. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich und möchten hier einige der schönsten Geschichten und Grußworte vorstellen.

50 Mark von der Großmutter – Catarina Freitag

„An Ihr Gründungsjahr erinnere ich mich nicht – ich war noch nicht geboren.
Ich bin durch die Familie – meine Großmutter (Geburtsjahr 1890) – auf Sie aufmerksam geworden:
Als Kind habe ich jedes Jahr erlebt, wie meine Oma ab Mitte November meinen Großvater um 50,- DM angegangen ist. Sie hatte selber weder Konto noch Zugriff auf Barmittel, wie damals üblich. Auf Plattdeutsch sprach sie meinen Opa meist nach dem Mittagessen an und sagte: „Die brauchen das Geld dringend und die wollen schließlich auch Weihnachten feiern.“ Nach dem Prinzip 'Steter Tropfen höhlt den Stein' hat meine Oma nicht aufgegeben, obwohl mein Opa ihr oftmals rüde Abfuhren gegeben hat. Nach 3-4 Wochen hat mein Opa dann endlich entnervt nachgegeben und meine Oma konnte das Überweisungsformular ausfüllen. Dieses „Nicht-Aufgeben“ hat mich unbewusst sehr beeindruckt. Außerdem hat diese Haltung dazu beigetragen, dass ich immer mein eigenes Geld verdienen und nicht abhängig sein wollte vom Ehepartner.
Ich spende für mehrere Projekte, die ich als sinnvoll erachte. Mein Traum wäre ein Kinderdorf, in dem israelische und palästinensische Kinder gemeinsam sicher aufwachsen.
Zu Ihrem Jubiläum wünsche ich Ihnen alles Gute.“

Es war einmal ein Reiskorn – Friedrich und Elisabeth Angele

„70 Jahre SOS-Kinderdorf-Geschichte erinnert uns auch an die Not der Nachkriegsjahre. Eine schlimme Zeit, in der viele Kinder ohne Eltern aufwuchsen. Allerorten gab es Not und Elend, auch meine Familie blieb nicht ganz davon verschont. Als es dann in den 1950er Jahren langsam, aber stetig wieder aufwärts ging, erhielten wir von Hermann Gmeiner den Brief mit dem Reiskorn. Das muss etwa 1955 gewesen sein; ich erinnere mich daran, weil ich gerade eine Lehrstelle antreten durfte.
Dieser Brief machte uns bewusst, dass es auch in anderen Teilen dieser Erde Kinder ohne Eltern und ohne Zuhause gibt. Zusammen mit einer ehemaligen Handarbeitslehrerin überlegten wir, wie wir helfen könnten. Die „Mittel“ waren damals noch rar. Nachdem auch um Kinderkleidung gebeten wurde, war für uns klar: Wir nähen und stricken für das SOS-Kinderdorf. Von einer Wäschefabrik erhielten wir Stoffreste und dann ging's richtig los. Bald konnten wir einen größeren Karton mit Genähtem und Gestricktem nach München schicken. Wir erhielten viel Lob und haben uns darüber sehr gefreut.
Später, als mein Mann dann auch zur Familie gehörte und wie mein Vater nicht nähen und stricken konnte, haben wir beschlossen: Eine Geldspende ist vielleicht nützlicher. Wir blieben dabei und werden auch weiterhin unseren Beitrag leisten.“

Ein prägender Schulausflug – Anne M.

„Die herzlichsten Glückwünsche zum 70. Geburtstag des SOS-Kinderdorf e.V.
Ich bin Jahrgang 1953 und habe schon von daher keine Erinnerung an das Gründungsjahr. Es gibt aber eine Episode, die meine positive Einstellung zur Wichtigkeit der Existenz und Arbeit von SOS-Kinderdorf nachhaltig geprägt hat.
Während meiner Volksschulzeit habe ich im Rahmen des Heimatkundeunterrichts mit meiner Klasse einen Ausflug zu wichtigen Stationen im Nordsaarland unternommen, was in der damaligen, kaum motorisierten Zeit etwas ganz Besonderes und Aufregendes war.
An die Besichtigung der Tropfsteinhöhle an der Nied habe ich nur eine sehr vage Erinnerung. Ganz anders verhält es sich bei dem Besuch des SOS-Kinderdorfs in Hilbringen. Auf jeden Fall erinnere ich mich noch genau, wie erstaunt und wahnsinnig begeistert ich über die schöne Anordnung der gesamten Wohnanlage war. In Absprache mit und unter Führung einer der dort mit ihren Kindern lebenden SOS-Kinderdorfmutter durften wir ihr gesamtes Haus besichtigen. Sie erzählte uns voller Begeisterung über die Aufgaben des Kinderdorfs und ihre Schützlinge. Damals musste die Mutter noch ledig sein und hatte, soweit ich es in Erinnerung habe, acht Kinder unterschiedlicher Altersstufen zu betreuen. Ich weiß noch ganz genau, wie ich über die Sauberkeit und Ordnung, die liebevolle, persönliche Ausstattung und den freundlichen, offenen Umgang mit den Kleinen gestaunt habe. Die gesamte Atmosphäre strahlte für mich eine tiefe Herzlichkeit und umfassende Fürsorge aus.
Seit dieser Zeit bin ich von der Wichtigkeit von SOS-Kinderdorf überzeugt und unterstütze gerne die Arbeit des Vereins.
Meinen herzlichsten Dank allen SOS-Kinderdorfmitarbeitern, die in unsere oft harte und grausame Welt für vom Schicksal schwer getroffene Kinder ein paar Sonnenstrahlen in ihr Leben zaubern.“

Meine Begegnung mit Hermann Gmeiner – Hildegard E.

Im August 1956 haben wir – 25 junge Frauen – unser erstes Lehramtsexamen abgelegt. Nun waren wir frisch-fröhliche junge Lehrerinnen an Volksschulen.
Unsere Psychologie-Professorin Dr. Sayler plante mit uns eine Abschlussfahrt. Ziel war das erste SOS-Kinderdorf in Imst in Tirol. Wir wurden von Hermann Gmeiner, Dorfmüttern und Kindern stürmisch begrüßt. Hermann Gmeiner bezeichnete die Aufgabe von SOS-Kinderdorf mit drei knappen Sätzen:
  • Jedes Kind braucht eine Mutter.
  • Jedes Kind braucht Geschwister.
  • Jedes Kind braucht eine Wohnstube.
Das hat uns alle überzeugt, zumal nach Kriegsende, Vertreibung und zertrümmertem Deutschland viele Kinder umherirrten.
Seit ich in Imst war, hat mich die Arbeit von SOS-Kinderdorf interessiert, weil viele Neugründungen – auch im Ausland – segensreich gearbeitet haben.
Mit meinem Ehemann zusammen haben wir vier Patenkinder im SOS-Kinderdorf Varanasi in Indien mit Beiträgen und Spenden unterstützt.“ 

Geburtstagswünsche – G. T.

„Zum Geburtstag gratuliere ich und wünsche dem SOS-Kinderdorf, dass weiterhin viele Helfer und Spender mit ihrer Unterstützung nicht nachlassen. Für mich ist es selbstverständlich und ich bin dankbar, dass ich einen guten Zweck direkt unterstützen kann. Nicht immer ist es im Leben leicht, ich wäre in meiner Jugend ohne die Hilfe und Unterstützung „Fremder“ nicht so leicht weitergekommen. Im Beruf sicheren Boden unter den Füßen, wollte ich etwas zurückgeben – ohne viel Aufhebens.“

Im gleichen Schulbus – Stefan K.

„Ich hoffe, dass SOS-Kinderdorf noch sehr lange und weltweit die von Hermann Gmeiner zugedachte Aufgabe erfüllen wird. Allein als Österreicher beginnt die Zählweise für mich bereits 1951, als das erste Kinderdorf in Imst eröffnet wurde. Seit Antritt meines Arbeitsverhältnisses habe ich immer an wohltätige Zwecke gespendet, dabei zum größten Teil an SOS Kinderdorf, weil ich zur Schulzeit mit Kindern des Kinderdorfes Hinterbrühl den Schulbus teilen durfte und seit damals eine gewisse Verbundenheit empfinde.“

Wenn man selbst in Not gerät – Martin B.

„Ich fühle mich SOS-Kinderdorf persönlich sehr verbunden. Dies geht ursprünglich auf eine Begebenheit im Jahr 1992 zurück. Zu dieser Zeit war ich in einer persönlichen Notlage mit meinen 3 kleinen Kindern im Alter von 3, 6 und 8 Jahren. Die Mutter meiner Kinder hat – zumindest für mich – recht kurzfristig entschieden, sich zu trennen und ein neues Leben ohne die Kinder zu beginnen. Beruflich war ich oft über längere Zeit unterwegs und so musste ich mein Leben innerhalb kürzester Zeit neu ordnen, um für meine Kinder da zu sein und auch meine Arbeit behalten zu können.
So habe ich dann einen Brief nach München zur Personalstelle von SOS-Kinderdorf geschickt und meine Situation erklärt. Ich erhielt schnell eine Rückmeldung, und es wurde Kontakt zum SOS-Kinderdorf Worpswede hergestellt. Dort könne man mir sicherlich weiterhelfen. Telefonisch wurde ein Treffen in Worpswede vereinbart und eine Woche später bin ich dort hingefahren. Mir wurde dort ein konkretes Hilfsangebot unterbreitet. Dies war eine unbeschreibliche Entlastung für mich in meiner Situation. Der SOS-Kinderdorf e.V. war der Einzige, der mir wirklich in meiner Situation Hilfe geboten hat. Das hat mich sehr beeindruckt und berührt. Glücklicherweise brauchte ich auf das Angebot letztendlich nicht zurückzugreifen.
Ich bin SOS-Kinderdorf sehr, sehr dankbar für die unglaublich wichtige Arbeit, die geleistet wird – besonders nachdem ich selbst erfahren durfte, wie konkret Hilfe angeboten wird.“

SOS-Kinderdorf und Einstein – Horst S.

„Ich war 14 Jahre alt und hatte 1955 das Glück, von Mainz aus an einem Schüleraustausch nach Frankreich teilnehmen zu dürfen. Die Reise ging in die Stadt Chambéry in Savoyen, wo ich von einer Lehrerfamilie aufgenommen wurde. Sie lud mich zu einer Reise nach Genf ein, wo gerade das heutige Kernforschungszentrum CERN aufgebaut wurde. Dort berichtete zur gleichen Zeit ein lokaler Radiosender, dass Albert Einstein verstorben wäre. So werden das CERN, Einstein und die Gründung von SOS-Kinderdorf in meiner Erinnerung immer miteinander verknüpft sein.“

Erfahren Sie mehr über unser Jubiläum


Wir sind gerne für Sie da

Erzählen Sie uns, wie Sie helfen möchten. Im Gespräch finden wir gemeinsam heraus, wie Ihr persönliches Engagement für SOS-Kinderdorf aussehen kann. Wir freuen uns auf Sie!

Team Betreuung private Förderer

Dr. Götz-Dietrich Opitz und Kathrin Liebl

SOS-Kinderdorf e.V.

Telefon:

089 12606 577
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