Corona in Afrika

Das Virus trifft die Ärmsten am Härtesten

Das Corona-Virus, das sich weltweit ausgebreitet hat, trifft Afrika besonders hart. Die Gesundheitssysteme vieler afrikanischer Länder sind notorisch überlastet und Corona-Beschränkungen und steigende Lebensmittelpreise sorgen für Not und Hunger.
Auswirkungen der Pandemie in Äthiopien
Mit seinen über 100 Millionen Einwohnern zählt Äthiopien zu den ärmsten Ländern der Welt. Unterernährung, Wassermangel und ein instabiles Gesundheitssystem gehören zu den größten Herausforderungen des Landes und werden durch Covid-19 noch verstärkt.
Um die Ausbreitung von Covid-19 einzuschränken, wurden auch in Äthiopien Einschränkungen des öffentlichen Lebens von der Regierung veranlasst. Schulen und Märkte wurden geschlossen und der Verkehr auf internationalen und nationalen Transportwegen eingeschränkt. Dadurch sind die Lebensmittelpreise gestiegen und die Einkommen vieler Menschen gesunken oder ganz weggefallen. Viele Jugendliche, die gerade erst im Arbeitsmarkt angekommen waren, haben ihre Arbeitsplätze mittlerweile wieder verloren.

Zahlen, Daten, Fakten

Afrika braucht jetzt Hilfe mehr denn je

der Schulkinder haben keinen Zugang zu Fernunterricht

Afrikaner sind durch die Pandemie in extreme Armut gerutscht.

Kinder und Jugendlichen werden trotz Schulöffnungen nicht mehr in die Schule zurückkehren können.
Mangelnde Trinkwasserversorgung in Afrika
© SOS-Kinderdorf International / Vincent Tremeau
Nur 28 Prozent der Bevölkerung von Subsahara-Afrika können zu Hause eigene sanitäre Einrichtungen nutzen. Ohne Wasser und Hygienemaßnahmen verbreitet sich die Krankheit besonders schnell.

Corona trifft die Ärmsten am härtesten


„Unser Vorrat wird nicht ewig reichen“

Über das Corona-Virus wusste Zewdie aus Äthiopien bis vor kurzem nur wenig. „Ich wusste nicht einmal, wie man es richtig ausspricht“, sagt die 65-Jährige. Dank der Unterstützung durch SOS mussten sich Zewdie und ihre drei Pflegesöhne Teferi* (14), Brook* (14) und Michael* (15) keine Sorgen mehr um die Zukunft machen. Doch dann erreichte die Pandemie den afrikanischen Kontinent und auch in Äthiopien wurden strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen eingeführt.
Auch in der Region der Familie gibt es täglich neue Fälle. Das macht der 65-Jährigen Angst. „Ich bemühe mich wirklich sehr, das Virus nicht mit nach Hause zu bringen“, erzählt sie. Leicht ist das nicht, denn in Zewdies Wohnhaus gibt es kein fließendes Wasser. Es muss von einem Fluss außerhalb des Dorfes besorgt oder teuer eingekauft werden.
Inzwischen fürchtet sich Zewdie aber nicht nur vor der Krankheit, sondern auch vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Schon jetzt beobachtet sie steigende Preise: „Mit dem Geld von SOS haben wir Getreide und Gemüse gekauft. Aber unser Vorrat wird nicht ewig reichen. Inzwischen fürchte ich, dass mehr Menschen an Hunger sterben könnten als am Corona-Virus.“
*Name zum Schutz der Privatsphäre geändert

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