Menschen im Sudan auf der Straße fliehen vor den Kämpfen
Sudan
SOS-Kinderdorf im Sudan

SOS-Kinderdorf im Sudan

Bürgerkrieg im Sudan: Kinder leiden an Mangelernährung

Seit April 2023 tobt im Sudan ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der Militärregierung und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Bis Mitte 2025 sind dadurch rund 12,7 Millionen Menschen auf der Flucht – die meisten innerhalb des Landes, Millionen weitere in Nachbarstaaten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung, etwa 30,4 Millionen Menschen, ist laut UN auf humanitäre Hilfe angewiesen. Das Welternährungsprogramm warnt, dass über 24 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht sind. Besonders dramatisch ist die Lage der Kinder: Die Weltgesundheitsorganisation rechnet für 2025 mit etwa 770.000 unter Fünfjährigen, die an schwerer akuter Mangelernährung leiden.*
SOS-Kinderdorf Sudan hat alle 15 betreuten Familien mit insgesamt 92 Personen evakuiert und zum zweiten Mal umgesiedelt. Das Team arbeitet an einem Plan, um alle Familien an einem Ort im Ostsudan zu vereinen. Eine Familie lebt derzeit in einem anderen Bundesstaat. Im Sudan gibt es keine Schulen oder Bildungsaktivitäten, so dass die Betreuer*innen nach Wegen suchen müssen, um die Kinder und Jugendlichen zu Hause zu beschäftigen. „Die Kinder sind traumatisiert von dem, was passiert ist und was sie gesehen haben“, berichtet SOS-Kinderdorfleiter Mowia Abdelkarim. „Sie haben psychische Probleme und brauchen dringend Unterstützung.“
Zu Beginn des Konflikts konnten die Familien aus dem Familienstärkungsprogramm mit Bargeld unterstützt werden. Als sich die Situation verschlechterte, flohen viele der Familien auf der Suche nach Sicherheit. Seitdem ist der Kontakt abgebrochen und die Familien können nicht weiter unterstützt werden.
Stand: 12.08.2025

* Quellen: Quellen: OCHA, Sudan – Humanitarian Needs and Response Plan Overview, 2025; Welternährungsprogramm (WFP), Sudan Country Page / IPC Data, 2025; UNHCR, Sudan Emergency – Two Years On: 2025 Impact Update, 16. April 2025; Weltgesundheitsorganisation (WHO), Opening Remarks at the WHA78 Side Event – Journey Through Sudan: Health System Resilience; Forgotten Crisis; Two Years War Impact; and What's Next!, 21. Mai 2025. 
Seit 1978 unterstützt SOS-Kinderdorf im Sudan Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.

Warum SOS-Kinderdorf im Sudan tätig ist 


Die Lage im Land hat sich zwar leicht verbessert, doch gibt es nach wie vor Probleme, die sich negativ auf Kinder auswirken. Viele Familien wurden getrennt, da sie aufgrund des Konflikts gezwungen waren, zu fliehen. Kinder ohne elterliche Betreuung sind besonders gefährdet. Die Infrastruktur, z. B. die sanitären Einrichtungen oder der Zugang zu Wasser, ist mangelhaft, was das Risiko der Übertragung von Krankheiten erhöht, die für Kinder besonders gefährlich sind. Der Konflikt, die Unterentwicklung und das geringe Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung führen auch dazu, dass viele keine Schule besuchen können.

Kinderarbeit


Die Geschichte der bewaffneten Konflikte im Sudan hat das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Die Kämpfe haben Millionen das Leben gekostet und noch mehr wurden innerhalb des Landes vertrieben. Tatsächlich hat der Sudan eine der höchsten Raten an Binnenvertriebenen weltweit: Rund vier Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und leben oft unter extrem schlechten Bedingungen. Viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Rund 20 Prozent der Kinder unter 17 Jahren leben nicht in einem familiären Umfeld. 

Bildung


Im Sudan gibt es mit die meisten Kinder, die in der Region Naher Osten und Nordafrika nicht zur Schule gehen. Schätzungen zufolge sind das über drei Millionen. Während etwa zwei von drei Kindern im Grundschulalter eine Schule besuchen, sinkt diese Zahl in den darauffolgenden Schulstufen. Nur noch jedes dritte Kind besucht die Sekundarstufe. Wenn Kinder zur Schule gehen, liegt die Qualität des Unterrichts oft unter den erforderlichen Standards. Ohne eine angemessene Schulbildung haben die Kinder Schwierigkeiten, dem Kreislauf der Armut zu entkommen. 

Sudan

Der Sudan liegt im Nordosten Afrikas und hat eine geschätzte Bevölkerung von über 40 Millionen Menschen. Die bewaffneten Konflikte in der Geschichte des Sudan haben sich auf alle Bereiche des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens ausgewirkt. Sie haben in den letzten fünfzig Jahren über 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet, und noch viele mehr wurden vertrieben oder mussten in die Nachbarländer fliehen. Der Sudan ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Infrastruktur ist nicht nur durch den jahrelangen Konflikt zerstört, sondern das Land wird zu allem Überfluss auch noch häufig von Naturkatastrophen heimgesucht.

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