Die Perspektive queerer Jugendlicher in der Kinder- und Jugendhilfe
Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist in Deutschland in den letzten Jahren immer sichtbarer geworden. Trotzdem besteht gesellschaftlich weiterhin ein Verständnis, das Cis-Geschlechtlichkeit und Heterosexualität als Norm verortet. Queere Menschen erleben immer wieder Gewalt und Diskriminierung.
Jugendliche sind hier besonders vulnerabel, da sie, wie alle jungen Menschen in diesem Alter, Selbstfindungsprozesse bezüglich ihrer Identität, ihrer geschlechtlichen Rollenvorstellungen und sexuellen Vorlieben durchlaufen. Queer-Feindlichkeit – also das Ablehnen, Abwerten und Anfeinden von Menschen außerhalb einer cis-geschlechtlichen, heterosexuellen Norm – kann diese Selbstfindungsprozesse erschweren und queere Jugendliche vor Herausforderungen stellen, mit denen cis-hetero Jugendliche nicht konfrontiert sind.
Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe erleben diese Entwicklungsphase in institutionellen Settings. Auch hier werden die Lebensrealitäten von queeren Kindern und Jugendlichen noch nicht immer ausreichend mitgedacht. Ihre Perspektive ist daher wichtig, um ihre Bedürfnisse und Bedarfe in der Kinder- und Jugendhilfe in den Blick zu nehmen und ihnen ein möglichst sicheres und stärkendes Aufwachsen zu ermöglichen.