SOS-Kinderdorf Württemberg 1968
Eine ganz besondere Verbindung

Friedhelm K. Neyer

Die erste große Liebe, egal ob mit oder ohne happy end, bleibt meist etwas ganz Besonderes. So auch bei Friedhelm K. Neyer. Seine Liebe im – und zum – SOS-Kinderdorf begann 1977 und hält bis heute. Lesen Sie, welche besondere Verbindung er zu unserem SOS-Kinderdorf hat.

Sie haben damals eine ganz besondere Verbindung zu unserem SOS-Kinderdorf gehabt, erzählen Sie doch mal.

Sehr gerne. Wissen Sie, es gab da im April 1977 diese wunderschöne junge Frau, die im SOS-Kinderdorf Württemberg lebte. Wir sind uns das erste Mal im Wellenbad in Adelberg begegnet. Ihre leuchtend grünen Augen und ihr bezauberndes Lächeln sehe ich noch heute vor mir. Sie hat mich mit ihrer zarten und verletzlichen Art und ihrem scheuen Wesen sofort fasziniert. Von da an war ich regelmäßig in Oberberken, um sie zu sehen. Als mich ihre SOS-Kinderdorfmutter nach einiger Zeit um ein Gespräch gebeten hat – das dürfen Sie mir glauben – ist mir der Allerwerteste auf Grundeis gegangen. Ich war ein sehr schüchterner junger Mann und sollte mich nun dieser respekteinflößenden Dame gegenüber erklären. Die SOS-Kinderdorfmutter wollte sicher gehen, dass ich es gut mit ihrem Mädchen meine und sie respektvoll behandle. Ich war damals sehr beeindruckt von diesem Gespräch. Und noch mehr davon, dass sie mich kurze Zeit später zum Essen eingeladen hat. Das war zu der Zeit alles andere als selbstverständlich.

Wie ging es dann weiter mit Ihnen und der großen Liebe?

Irgendwie hat es nicht so richtig funktioniert. Nicht so, wie wir beide es uns in unseren Träumen ausgemalt haben. Ich war schüchtern und sehr zurückhaltend. Sie war geprägt von den Erfahrungen, die sie offenbar gemacht hat, ehe sie in das SOS-Kinderdorf gekommen ist. Sie war sehr misstrauisch und verletzlich. Die letzten Meter zu ihrem Herz blieben mir leider verschlossen. Obwohl sie meine erste große Liebe war. Im Juli 1977 habe ich sie zum letzten Mal gesehen. Sie sagte, sie würde mit einer Gruppe in den Urlaub reisen. Doch in Wirklichkeit hat sie das SOS-Kinderdorf für eine Zeit verlassen. Ich hätte mich damals sehr gerne von ihr verabschiedet – aber sie hat sich für eine andere Option entschieden. So war ich drei Wochen nach ihrer Abreise bitter enttäuscht, dass sie nicht wieder gekommen ist. Ich musste mit meinem Liebeskummer zurechtkommen. Erst viel später habe ich dann erst erfahren, dass sie damals nach einer gewissen Zeit wieder zurückgekommen ist und dann nach ihrem Schulabschluss schließlich in den Norden gegangen ist und sich dort ihr Leben eingerichtet hat. Kontakt hatten wir nie wieder – aber ich habe oft an sie gedacht.

Und heute?

Heute bin ich glücklich verheiratet, habe zwei Kinder und vier Enkel und genieße den Ruhestand. Der Weg durch mein Leben war manchmal sehr herausfordernd und von Schicksalsschlägen geprägt. Aber bei wem geht es schon einfach geradeaus? Wissen Sie: Jedes Ereignis im Leben, und sei es noch so unbedeutend, kann zu einem Schlüsselerlebnis werden. Manche Erinnerungen verblassen, andere bleiben wichtig. Egal, ob es schöne Erinnerungen sind oder eine schwere Last. Die Zeit im SOS-Kinderdorf war für mich eines der großen Schlüsselerlebnisse, wenn nicht das Größte, in meinem Leben und hat mich in vielerlei Hinsicht geprägt. Ich bin dankbar für diese Erinnerungen und habe einiges davon auch in einem Roman verarbeitet. Neben der Musik ist das Schreiben nämlich meine große Leidenschaft, mit der ich meinen Ruhestand fülle.

So erreichen Sie uns

SOS-Kinderdorf Württemberg

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