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Kinderdorffamilien

Das Herzstück der SOS-Kinderdorfarbeit

In jeder der zehn SOS-Kinderdorf-Familien betreuen wir bis zu sechs Mädchen und Jungen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihrem bisherigen Lebensumfeld bleiben können und außerhalb ihrer Familien untergebracht werden müssen. Häufig nehmen wir Geschwistergruppen in die SOS-Kinderdorf-Familien auf. In Absprache mit den zuständigen Jugendämtern können Sie bis zum Abschluss ihrer Ausbildung im SOS-Kinderdorf bleiben.

In der SOS-Kinderdorf-Familie sollen sich die Kinder und Jugendlichen emotional geborgen fühlen und in der Bewältigung des Alltags Sicherheit und Rückhalt erfahren. Im Zusammenleben mit der Kinderdorfmutter – als zentraler Bezugsperson – und den anderen Mitgliedern der SOS-Kinderdorf-Familie lernen sie, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Sie haben die Möglichkeit, ein zweites Zuhause außerhalb der eigenen Herkunftsfamilie zu finden. Die SOS-Kinderdorf-Familien versorgen und organisieren sich im Alltag selbständig. So lernen die Kinder und Jugendlichen, die lebenspraktischen Techniken kennen, die sie für ihr späteres Leben benötigen.

Die Kinderdorfmutter und ihr Team sind qualifizierte Fachkräfte. Sie fördern den Kontakt zur Herkunftsfamilie und beziehen die Kinder und Jugendlichen in die Geschehnisse und Entscheidungen der Kinderdorf-Familie und des Kinderdorfs mit ein.

Die Kinder und Jugendlichen besuchen öffentliche Schulen oder Ausbildungsstätten in der Umgebung des Kinderdorfs. In ihrer Freizeit nutzen sie Angebote innerhalb des SOS-Kinderdorfs und gemeindenahe Freizeitangebote. Soziale Kontakte und Freundschaften außerhalb der Dorfgemeinschaft werden durch das Kinderdorf-Familien-Team unterstützt und gefördert. Die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen passt sich an die "Normalität" im Lebensumfeld an, und die Kinder erleben sich nicht nur als Teil der SOS-Kinderdorf-Gemeinschaft, sondern als Teil der Gesellschaft.

Der Fachdienst des SOS-Kinderdorfs Württemberg berät und unterstützt die SOS-Kinderdorf-Familien und vermittelt bei Bedarf therapeutische Hilfen.

Rechtsgrundlage der SOS-Kinderdorffamilien: § 27 in Verbindung mit den §§ 34 und 41 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII)

Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem

Zentrale Einflussgrößen

Die Qualität der Zusammenarbeit mit den Eltern und den für die Kinder und Jugendlichen wichtigen Bezugspersonen hat einen zentralen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sowie auf den Erfolg der Hilfe zur Erziehung. Die Kinder und Jugendlichen kommen umso besser mit ihrer Lebenssituation im SOS-Kinderdorf zurecht, je mehr die Erwachsenen in eine gute Zusammenarbeit investieren.

Verschiedene Formen der Zusammenarbeit
  • Informationen über unsere Arbeit und unser Angebot im Hinblick auf den konkreten Hilfebedarf vor der Aufnahme eines Kindes bzw. eines Jugendlichen.
  • gemeinsame Planung der Hilfe in den Hilfeplangesprächen: Wesentliche Themen sind Fördermaßnahmen, Fragen der Beschulung und Ausbildung, Freizeitgestaltung, Besuchsregelungen, usw.
  • regelmäßiger Informationsaustausch in persönlichen Gesprächen und bei telefonischen Kontakten über die aktuelle Entwicklung, Schule, Gesundheitsfragen, Freizeitgestaltung, usw.
  • Einbeziehung des Herkunftssystems in den pädagogischen Alltag: Gestaltung gemeinsamer Feste, gemeinsame Teilnahme an Elternabenden, Arztbesuche, usw.
  • ein jährlich stattfindendes „Eltern-Event“ mit Eltern-Kind-Fest
Organisation und Planung

Die Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem wird - gemeinsam mit der im Jahr 2001 installierten Projektgruppe zu diesem Thema - kontinuierlich überdacht und weiterentwickelt. Konkrete Maßnahmen im Jahresverlauf werden geplant und organisiert.

Ihre Ansprechpartner