Aktuelles
Hier wächst Zukunft – Das Kinderdorf als Klimadorf
Kleve, 16. Juli 2025
Wie gelingt nachhaltiges Aufwachsen in Zeiten der Klimakrise? Mit dieser Frage hat sich das SOS-Kinderdorf Niederrhein im Rahmen seines jährlichen Sommerpressegesprächs beschäftigt und dabei das ambitionierte Projekt „Hier wächst Zukunft – Das Kinderdorf als Klimadorf“ den örtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Presse vorgestellt.
Rund 80 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen drei und 18 Jahren leben derzeit im SOS-Kinderdorf in Kleve-Materborn. Sie wachsen dort auf, weil ihre Herkunftsfamilien sie aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst betreuen können. Das Kinderdorf übernimmt Verantwortung – für diese jungen Menschen und für die Umwelt. Das Projekt „Klimadorf“ verbindet soziales Engagement mit ökologischer Weitsicht.
Klimaschutz ist Kinderschutz
„Kinder haben das Recht, in einer gesunden Umwelt groß zu werden. Die Klimakrise bedroht dieses Recht – lokal und global. Deshalb ist Klimaschutz auch Kinderschutz“, erklärt SOS-Einrichtungsleiter Peter Schönrock zum Auftakt des Pressegesprächs. Mit der ökologischen Sanierung und der naturnahen Umgestaltung des Dorfes wolle man ein Zeichen setzen – und zeigen, wie nachhaltiges Leben in sozialer Verantwortung gelingen kann.
Zukunft bauen – im laufenden Betrieb
Bis 2032 werden alle 16 Gebäude – darunter 13 Wohnhäuser und drei Gemeinschaftsgebäude – umfassend energetisch modernisiert. Parallel entsteht ein innovatives Anergienetz mit Eisspeichern und Geokollektoren. So kann der Endenergieverbrauch der Häuser um bis zu 85 Prozent gesenkt und die Energieversorgung des Dorfes nahezu klimaneutral gestaltet werden.
„Wir investieren über zwölf Millionen Euro in Gebäude, Infrastruktur und ökologische Maßnahmen“,
berichtet Torsten Borgards, Technischer Leiter im SOS-Kinderdorf Niederrhein. „Schon 2024 und 2025 konnten wir zwei Häuser fertigstellen. Jährlich folgen nun zwei bis drei weitere Häuser – im laufenden Betrieb.“ Das Projekt wird durch öffentliche Fördermittel unterstützt. Das SOS-Kinderdorf ist jedoch auch auf Spenden und private Förderungen angewiesen.
Ein Dorf, das sich selbst versorgt
Herzstück des Klimadorfes ist ein 500 Meter langes Anergienetz, gespeist durch drei Eisspeicher mit je 30 m³ Fassungsvermögen sowie 700 Meter Geokollektoren. Die erzeugte Wärme kann gespeichert und überschüssige Energie effizient verteilt werden. Ergänzt wird das System durch Luft- und Solewärmepumpen, Photovoltaik-Thermie- und solarthermische Anlagen.
Begleitend werden Betonflächen begrünt, versiegelte Flächen zurückgebaut, Zisternen installiert und naturnahe Biotope geschaffen. Auf dem zentralen Dorfplatz sorgen künftig Wasserspiele für natürliche Abkühlung – ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Kinder an heißen Tagen
Lernraum für Nachhaltigkeit
Für Claudia Braß-Wissink, Bereichsleiterin der Hilfen zur Erziehung, ist das Klimadorf nicht nur ein bauliches, sondern auch ein pädagogisches Projekt:
„Kinder und Jugendliche werden aktiv beteiligt – bei der Gestaltung des Spielplatzes, beim Dorfplatz oder bei der Begrünung. Sie erleben: Mein Verhalten macht einen Unterschied. Ich kann mitgestalten.“
So fördert das Projekt Umweltbewusstsein und stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Nachhaltigkeit wird im Alltag konkret erfahrbar – vom bewussten Energieverbrauch bis zur gemeinschaftlich gestalteten Dorfumgebung.
„Kinder und Jugendliche werden aktiv beteiligt – bei der Gestaltung des Spielplatzes, beim Dorfplatz oder bei der Begrünung. Sie erleben: Mein Verhalten macht einen Unterschied. Ich kann mitgestalten.“
So fördert das Projekt Umweltbewusstsein und stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit. Nachhaltigkeit wird im Alltag konkret erfahrbar – vom bewussten Energieverbrauch bis zur gemeinschaftlich gestalteten Dorfumgebung.
Einladung zur Unterstützung
Das SOS-Kinderdorf Niederrhein lädt engagierte Unternehmen, Förderinstitutionen, Stiftungen und Privatpersonen ein, das Projekt mitzugestalten.
Spenden und Kooperationen helfen, das ambitionierte Vorhaben zu realisieren – für die Kinder von heute und die Gesellschaft von morgen.
Mehr Informationen, Einblicke und Spendenmöglichkeiten unter:
Spenden und Kooperationen helfen, das ambitionierte Vorhaben zu realisieren – für die Kinder von heute und die Gesellschaft von morgen.
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