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„Das Bufdi-Jahr ist für mich genau das Richtige“
13. Mai 2024
Wenn Leonie Rexwinkel morgens um 8 Uhr die InKita in der Klever Unterstadt betritt, geht es gleich zur Mondgruppe. Denn hier ist die 19-Jährige aus Goch als so genannte Bufdi - eine Bundesfreiwilligendienstleistende - Teil des Teams und hilft bei der Betreuung von derzeit 20 Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Von Tag eins im August letzten Jahres hat sie sich willkommen und aufgehoben gefühlt in der inklusiven Kindertagesstätte des SOS-Kinderdorf Niederrhein, in der insgesamt 98 Kinder aus 25 Nationen von 19 pädagogischen Fachkräften in Voll- und Teilzeit betreut werden.
Wertschätzendes Feedback
„Ich wurde langsam an meine Aufgaben herangeführt, die Abläufe wurden mir zu Beginn geduldig erklärt. Im Laufe der Zeit wurden und werden mir immer mehr Dinge anvertraut. Ich bekomme wertschätzendes Feedback. Jederzeit ist meine Meinung gefragt und ich kann eigene Ideen einbringen“, sagt Leonie. So ist ihr beim Wickeln der Kleinsten aufgefallen, dass sie gegen eine weiße Decke gucken. Kurzerhand schlug sie vor, das Meeresmotto des Raumes aufzugreifen und ein kleines Netz mit Fischen und einer Schildkröte aufzuhängen. Der Vorschlag wurde angenommen und gleich in die Tat umgesetzt. „Jetzt haben die Kinder immer etwas zu beobachten und freuen sich aufs Wickeln“, berichtet Leonie.
"Kinder sind nicht so verkopft"
Es fällt ihr leicht mit den Kindern in Kontakt zu kommen: „Kinder sind nicht so verkopft. Wenn man sich Zeit nimmt, ihnen Aufmerksamkeit zum Beispiel beim Spiel schenkt, sich mit ihnen freut, wenn sie ein schönes Bild gemalt haben oder auch Trost spendet, wenn sie traurig sind - dann sind wichtige Bedürfnisse bereits gestillt.“ Und auch ihre private Leidenschaft – der Fußball – trifft auf viel Gegenliebe in der Kita. „Natürlich staunen die Mädchen und Jungen, wenn ich ihnen ein paar Tricks zeige“, berichtet Leonie mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht.
Schon vor ihrer Zeit als Bufdi hat Leonie diverse Praktika in Kindertagesstätten absolviert. „Für mich war klar, dass ich irgendwann im sozialen Bereich arbeiten möchte. Aber nach dem Abitur habe ich erstmal eine Weile zur Orientierung gebraucht. Ausbildung oder Studium? Das wusste ich nicht. Deshalb ist das Bufdi-Jahr für mich genau das Richtige.“ Denn inzwischen ist die Entscheidung gefallen. Zum Herbst hin will Leonie Kindheitspädagogik studieren. „Damit stelle ich mich dann breiter für meinen weiteren beruflichen Lebensweg in der sozialen Arbeit auf.“
Weitere Infos
Als Bufdi in der InKita sind die Arbeitszeiten montags bis donnerstags von 8 bis 16.15 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr. Zum Tagesablauf gehören das Freispiel in der Gruppe, der gemeinsame Morgenkreis, Snacks, Wickeln, Draußenspiel, Mittagessen, Schlafenszeit, Nachmittagsspiel und die Aufräumzeit. Bufdis bekommen ein Taschen- und Verpflegungsgeld. Insgesamt sind das knapp 500 Euro monatlich.
Das SOS-Kinderdorf Niederrhein hat im Bereich der Freiwilligendienste ab August vier Plätze zu vergeben - in der Kita am Wald in Kleve-Materborn sowie in der InKita und im Familiencafé in der Klever Unterstadt. Infos und Bewerbungen finden Sie hier.
Allgemeine Informationen zu Freiwilligendienste in NRW gibt es hier.
