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14 von 15 jungen Erwachsenen erreichen Schulabschluss
10. Juli 2023
„Wir haben auch in diesem Jahr eine großartige Abschlussquote erreicht“, sagt Nina Diliga, Mitarbeiterin im SOS-Kinderdorf Lippe, stolz. Im Projekt „Schule macht Arbeit“, das seit vielen Jahren im Auftrag des Jobcenters durchgeführt wird, werden junge Erwachsene auf ihrem Weg zum Nachholen des Schulabschlusses begleitet. Bestenfalls winkt ebenso ein Ausbildungsplatz für die Zeit im Anschluss. Der Weg dahin erfordert aber Disziplin, Fleiß und Ehrgeiz.
„Alle haben hart an sich gearbeitet, um den Schulabschluss nachzuholen“, betont Diliga weiter. Denn: es gibt drei verschiedene Etappen während des Projekts, zwischen denen jeweils ausgesiebt wird. So starten zu Beginn maximal 27 Teilnehmende in die sogenannte Orientierungsphase, in der es um die Lern- und Sozialkompetenzen geht. In die Vertiefungsphase, die ein dreiwöchiges Praktikum zur Berufsorientierung beinhaltet, schaffen es noch die 18 Teilnehmenden, die kontinuierlich zum Unterricht erscheinen, sich Mühe geben und motiviert sind, ihr Leben in die Hand zu nehmen. „Die jungen Menschen kommen meist ohne berufliche Vorbildung und ohne Schulabschluss zu uns. Viele sind aus ihren Heimatländern geflüchtet und müssen neben dem Erlernen der deutschen Sprache und weiteren Unterrichtsfächern auch noch ihre persönliche Vergangenheit verarbeiten. Da kommt viel zusammen“, erläutert Diliga die Herausforderungen für junge Erwachsene. Weitere Themen, mit denen die Gruppe umgehen muss, sind Überschuldung, Wohnungslosigkeit oder Beziehungs-abbrüche innerhalb der Familie.
Die Betreuung ist daher sehr engmaschig und individuell. Persönliche Ziele werden zunächst erarbeitet, berufliche Interessen kristallisieren sich im Laufe des Projekts heraus. Die insgesamt sechs Wochen an Praktika haben zum Ziel, eine Ausbildungsstelle nach dem Projekt antreten zu können, um den Sprung auf den Arbeitsmarkt nahtlos zu schaffen. Ob im medizinischen Bereich, in der Gastronomie oder im Handwerk – alles ist prinzipiell möglich.
15 Männer und Frauen haben sich in der letzten Phase des Projekts der großen Herausforderung „Hauptschulabschluss“ nach Klasse 9 oder Klasse 10 gestellt. Die Prüfung absolvieren die Teilnehmenden ganz regulär an externen Schulen, die Termine werden von der Bezirksregierung festgelegt. „Bis auf eine Person haben alle ihren Abschluss in der Tasche, das ist sensationell. Schon im letzten Jahr waren die Ergebnisse ähnlich gut. Wir freuen uns riesig mit den Absolventen“, so Diliga bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate.
Seit wenigen Tagen machen sich nun die neuen Teilnehmenden im Projekt „Schule macht Arbeit“ auf den Weg in eine eigenständige Zukunft und werden dabei weiterhin eng von dem Team des SOS-Kinderdorfs Lippe und des Jobcenters begleitet.


