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05. Oktober 2023

Die Kinderkonferenz im Kinderdorf Hamburg

Nine (9 Jahre alt)* freut sich: Bei den monatlichen Kinderkonferenzen kann sie mit den anderen Kindern darüber sprechen, was sie im Kinderdorf stört und was sie im Zusammenleben verbessern würde. Sie mag es sehr, sich mit den anderen zu treffen, zu diskutieren und Lösungen zu finden. Im Interview beantwortet Nine Fragen rund um die Kinderkonferenz (KiKo).
Nine, wie erklärst du einem anderen Kind, was die Kinderkonferenz ist?
An einer Kinderkonferenz da können wir alle teilnehmen, müssen aber nicht. Die Dorfsprecher helfen bei der Vorbereitung. Wir treffen uns für die KiKo im Gruppenraum im ersten Stock des Familienzentrums. Dann sitzen alle an einem Tisch und unsere Erzieherin steht an einer Tafel und schreibt alles mit.
Wir besprechen z. B. das Dachterrassenthema, dort ist alles unordentlich. Die Kleinen machen immer Unsinn, schmeißen ihre Räder rum. Das besprechen wir dann in der KiKo. Auch was wir neu an der Dachterrasse haben möchten. Und was so ansteht. Auf der letzten KiKo haben wir besprochen, was wir am Weltkindertag machen wollen.
Was sind Dorfsprecher/-innen?
Das sind Kinder, die sagen, was schiefläuft. Sie klären z. B. die Streits zwischen den Kindern oder wenn etwas nicht geht. Zum Beispiel darf man nicht mit einem Lederball einem Kind ins Gesicht schießen.
Warum hast du dich nicht zur Dorfsprecherin wählen lassen?
Erstmal wollte ich herausfinden wie das so ist und mir das bei den anderen anschauen. Jetzt möchte ich schon, weil das cool ist und ich das spannend finde. Ich kenne das sonst nur mit Klassensprecher.
Wie wird man Dorfsprecher/-in?
Es sind immer zwei Dorfsprecher und man darf sich dafür melden. Man muss mindestens fünf Jahre alt sein. Es haben sich ein Mädchen und ein Junge gemeldet. Jedes Kind hatte zwei Stimmen für die Wahl.
Was gefällt dir an dem aktuellen Dorfsprecher und der aktuellen Dorfsprecherin?
Sie sind sehr nett. Ich kann gut mit ihnen spielen und finde sie cool. Sie helfen bei der KiKo mit und sagen, wenn etwas nicht gut läuft.
Was würdest du machen, wenn du Dorfsprecherin wärst?
Ich wäre nett zu den Kleinen, zu den großen Kindern und zu den Erwachsenen.
Was würde dir fehlen, wenn es keine KiKo mehr gäbe?
Dass wir nicht alle zusammenkommen und uns besprechen.
Für SOS-Kinderdorf ist Beteiligung ein zentrales Thema. Die Kinderkonferenz gibt den Kindern einen Raum, wo sie ihre Themen benennen, ihr Lebensumfeld gestalten und ihre Meinung sagen können. Dazu gehört auch, dass sie lernen Verantwortung in Form von Aufgaben zu übernehmen. Sie werden ernst genommen. Durch die Kinderkonferenz gehen die Kinder untereinander in Kontakt und lernen sich besser kennen. Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang miteinander. In Hamburg begleitet die Beteiligungsmentorin Stefanie Häberlein mit zwei Kolleginnen die Kinderkonferenzen.
* Namen und biografische Details aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert