Melanie Schneider-Kiefel und Pauline Vögtle

Zwei Wege in die Ambulanten Hilfen

Frau Schneider-Kiefel und Frau Vögtle arbeiten bei den
Ambulanten Hilfen
beim SOS-Kinderdorf Augsburg – und bringen dabei unterschiedliche Erfahrungen mit, die sich ideal ergänzen.
Frau Schneider-Kiefel entdeckte schon früh ihre Stärke im Zuhören und wie viel in der Familienarbeit bewirkt werden kann. Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit und einer Weiterbildung in systemischer Beratung fand sie schließlich ihren Weg in die Familienhilfe. Seit September 2022 ist sie Teil des Teams in Augsburg.
Auch Frau Vögtle wusste früh, dass sie mit jungen Menschen arbeiten möchte. Durch ehrenamtliches Engagement und praktische Erfahrungen während ihres Studiums der Sozialen Arbeit – unter anderem in einer Wohngruppe und beim Jugendamt – entwickelte sie ein besonderes Interesse für die Ambulanten Hilfen. Seit Februar 2025 verstärkt sie das Team.

Ein Arbeitsalltag voller Vielfalt

Einen „typischen“ Arbeitstag gibt es nicht. Termine verschieben sich, neue Anliegen entstehen kurzfristig – Flexibilität gehört dazu. Die Aufgaben reichen von Gesprächen mit Familien, Unterstützung bei Anträgen und Begleitung zu Terminen bis hin zur individuellen Arbeit mit Jugendlichen.
Gerade in der Erziehungsbeistandschaft geht es oft um scheinbar einfache Dinge: ein gemeinsamer Spaziergang, ein Cafébesuch oder ein offenes Gespräch. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Themen der Jugendlichen und Kinder.

Beziehung als Schlüssel

„Wir sind selbst unser wichtigstes Werkzeug – bei Offenheit, Menschlichkeit und Begegnung auf Augenhöhe öffnen sich die Menschen leichter.“
Vertrauen entsteht nicht von heute auf morgen. Es braucht zu Beginn eine Kennenlernphase, um eine stabile Beziehung aufzubauen. Dabei ist es wichtig, ehrlich zu sein, Interesse zu zeigen und zuverlässig da zu sein.
Familien, Kinder und Jugendliche brauchen vor allem Raum für ihre Gefühle und das sichere Gefühl, ernst genommen zu werden. Es geht um ihre Ziele – nicht um die Erwartungen anderer. Transparenz spielt auch in der Arbeit mit Eltern eine große Rolle: Gespräche finden offen statt, Berichte werden gemeinsam abgestimmt.

Kleine Schritte, große Wirkung

Was beide Kolleginnen besonders motiviert, sind die kleinen Veränderungen im Alltag ihrer Klient*innen:
  • Jugendliche, die lernen, ihre eigenen Bedürfnisse zu äußern
  • Kinder, die mit der Zeit selbstbewusster auftreten
  • Familien, die wieder Perspektiven entwickeln
Diese Entwicklungen zeigen sich oft im Rückblick – etwa in den regelmäßigen Hilfeberichten, die Fortschritte sichtbar machen.

Gemeinsam stark – auch im Team

Auch wenn die Arbeit häufig eigenständig in den Familien stattfindet, steht immer ein starkes Team der Ambulanten Hilfen bei SOS-Kinderdorf Augsburg im Hintergrund. Der regelmäßige Austausch gibt Sicherheit und Raum für Reflexion.

Herausforderungen

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist der Blick auf strukturelle Hürden. Viele Familien geraten in schwierige Situationen, weil sie an Grenzen im System stoßen – etwa durch fehlende Betreuungsplätze oder unklare Zuständigkeiten.
Frau Schneider-Kiefel und Frau Vögtle erleben täglich, wie wichtig es ist, hier zu unterstützen, zu vermitteln und gemeinsam Lösungen zu finden.
Wenn das Wohl von Kindern oder Jugendlichen gefährdet ist, sind Hilfsmaßnahmen verpflichtend – zumindest so lange, bis das Kindeswohl wieder gesichert ist. Diese Verantwortung bringt eine besondere Herausforderung mit sich: Es gilt, empathisch zu handeln und gleichzeitig konsequent klar zu bleiben.

Was bleibt

Die Arbeit in den Ambulanten Hilfen ist vielfältig, herausfordernd und gleichzeitig sehr erfüllend. Sie zeigt: Schon kleine Schritte können große Veränderungen anstoßen – wenn Menschen verlässlich begleitet werden und jemand an ihrer Seite steht.

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