Veröffentlichung des Abschlussberichts der Klasnic-Kommission/Independent Childprotection Commission (ICC)

Die im Mai 2021 von unserer Schwesterorganisation SOS-Kinderdorf Österreich beauftragte Independent Childprotection Commission (ICC) unter der Leitung der ehemaligen österreichischen Politikerin und heutigen Opferschutzbeauftragten Waltraud Klasnic hat heute in Wien ihren Abschlussbericht vorgestellt. Die unabhängige Kommission untersuchte Vorwürfe der Verletzung des Kinderschutzes und der Kinderrechte in einzelnen SOS-Länderorganisationen; im Abschlussbericht spricht sie Handlungsempfehlungen für die gesamte Organisation aus.
In ihrem Abschlussbericht stellt die ICC fest, dass der überwiegende Teil der weltweit rund 40.000 Mitarbeiter*innen von SOS-Kinderdorf täglich wichtige Arbeit leistet und alles daransetzt, Kinder bestmöglich zu stärken und zu unterstützen. Die so genannte „Klasnic-Kommission“ bestätigt aber auch Berichte zu Kinderschutzverletzungen und stellt strukturelle Mängel fest.
SOS-Kinderdorf Österreich erkennt im Rahmen der Veröffentlichung des Abschlussberichts der Klasnic-Kommission an, dass in einem kleinen Teil der Arbeit bei SOS-Kinderdorf Fehler passiert sind. SOS-Kinderdorf Österreich bittet die Betroffenen um Entschuldigung und sichert volle Unterstützung zu. Zudem sagt SOS-Kinderdorf Österreich weiterhin volle Transparenz und die Umsetzung der Empfehlungen der ICC zu.
SOS-Kinderdorf Österreich übernimmt Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit und wird alles daransetzen, dass sich diese nicht wiederholen. Die Organisation hat in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Veränderungen und Weiterentwicklungen im Hinblick auf Kinderschutz und Gewaltprävention umgesetzt.
SOS-Kinderdorf steht für den Schutz der Kinderrechte weltweit ein. Unsere Verpflichtung gilt dem Schutz der Kinder und der Verteidigung ihrer Rechte, an jedem Ort und zu jeder Zeit. Teil dieser Verpflichtung ist die konsequente Aufarbeitung von Vorwürfen über Fehlverhalten bei SOS-Kinderdorf in Vergangenheit und Gegenwart. Dies gilt auf allen Ebenen und bei allen Mitgliedern der weltweiten Föderation von SOS-Kinderdorf – darum untersuchen derzeit unter anderem drei verschiedene, unabhängige Kommissionen Meldungen und Vorwürfe über pädagogisches Fehlverhalten in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf in der Vergangenheit und Gegenwart:
  • Die „
    Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung und Anerkennung erlittenen Unrechts
    “ fokussiert ihre Arbeit auf Deutschland. Sie untersucht die Maßnahmen des deutschen SOS-Kinderdorfvereins im Umgang mit pädagogischem Fehlverhalten in der Vergangenheit und Gegenwart. Die Kommission hat dazu erst im Januar 2023 einen bundesweiten Aufruf in deutschen Tageszeitungen veröffentlicht. Sie wird voraussichtlich Mitte 2024 ihren Abschlussbericht vorlegen.
  • Die „
    Independent Childprotection Commission
    “ (ICC), auch „Klasnic-Kommission“, wurde von SOS-Kinderdorf Österreich damit beauftragt, Vorwürfe zu Fragen des Kinderschutzes und der Kinderrechte in einzelnen Ländern Asiens und Afrikas zu untersuchen und Empfehlungen für notwendige strukturelle Veränderungen zu machen.
  • Die „
    Independent Special Commission
    “ (ISC) von SOS-Kinderdorf International untersucht weltweit Vorwürfe über Kinderschutzvorfälle, finanzielle Unregelmäßigkeiten und Fehlverhalten der Organisation. Sie untersucht alle vorliegenden Berichte aus den Mitgliedsländern der SOS-Föderation und leitet bei Bedarf weitere Untersuchungen ein.
SOS-Kinderdorf ist eine international tätige, föderal aufgestellte Organisation, die insgesamt 118 Mitglieder aus vielen verschiedenen Ländern umfasst. Die Dachorganisation „SOS-Kinderdorf International“ mit Sitz in Österreich bringt alle Mitgliedsvereine aus aller Welt zusammen, setzt die Standards für unsere Arbeit und koordiniert die internationalen Spenden. Die einzelnen Mitglieder wie der SOS-Kinderdorf e.V. in Deutschland oder SOS-Kinderdorf Österreich sind aber in ihren jeweiligen Heimatländern unabhängig und selbstständig tätig.