Malis Traum von Geborgenheit

© SOS-Kinderdorf e.V. / Maurice Ressel

In den seltenen Momenten, in denen Mali* lächelt, strahlen ihre warmen braunen Augen und ihre Traurigkeit scheint für einen Augenblick verflogen. Doch die letzten Jahre waren schwer für die Sechsjährige, die in einem großen afrikanischen Slum aufgewachsen ist. Und ihre Zukunft ist ungewiss. Als vor zwei Jahren Malis Mutter an Aids und zwölf Monate später auch der Vater verstarb, verschlechterten sich die Lebensumstände des Mädchens erheblich.

© SOS-Kinderdorf e.V. / Maurice Ressel

Die Eltern besaßen einen kleinen Laden und sorgten so für Mali und ihren älteren Bruder. Nun leben die Kinder alleine in der Blechhütte der Eltern. Der 14-jährige Bruder ist mit der Versorgung überfordert. Am Markt hofft Mali am Boden ein paar Essensreste zu finden, die beim Verkauf herunterfallen. Manchmal sucht sie im Müll nach Metallen und Zeitungen, die sie verkaufen kann. Wie die meisten Kinder im Slum geht Mali nicht zur Schule. Es fehlt das Geld für Bücher und Schuluniform.

© SOS-Kinderdorf International / Hilary Atkins

In etlichen afrikanischen Ländern ist das Schicksal von Mali keine Ausnahme: „Der Alltag von vielen Kindern in Afrika ist nicht einfach“, erklärt Katharina Blanck von SOS-Kinderdorf. „Viele Kinder wachsen ohne Eltern auf. Es fehlt nicht nur an medizinischer Versorgung, sondern auch an Bildungsmöglichkeiten und Nahrungsmitteln.“

© SOS-Kinderdorf e.V. / Maurice Ressel

In Kenia leidet rund jedes vierte Kind unter fünf Jahren an Mangelernährung, und rund 580.000 Kinder sind zu Aids-Waisen geworden. Binnenflüchtlinge und Dürreperioden verschlimmern die Zustände noch. Verlassene Kinder leben zudem in ständiger Gefahr, Opfer von Gewalt zu werden: Jedes Jahr werden alleine in Kenia geschätzt über 50.000 Kinder verkauft, viele nach Nigeria, um dort in Steinbrüchen zu arbeiten.

© SOS-Kinderdorf e.V. / Maurice Ressel

SOS-Kinderdorf setzt in Afrika auf bedarfsgerechte lokale Hilfsangebote. Neben SOS-Kinderdörfern, die verlassenen Kindern ein neues Zuhause geben, unterstützen Familienstärkungsprogramme bedürftige Familien, z.B. mit Beratungen und Übernahme von Schulgeld. Mali hat nachts oft Angst. Manchmal träumt sie von einem sicheren Zuhause, von Geborgenheit und einer Familie. Helfen Sie, damit sich der Traum von Kindern wie Mali erfüllt.

*Name, biographische Details und Abbildungen zum Schutz der realen Person geändert.

Wie SOS-Kinderdorf in Kenia und ganz Afrika hilft

23%

der kenianischen
Bevölkerung sind
unterernährt. 1

Im Schnitt hat jeder
Kenianer weniger als

1€

am Tag
zum Überleben.1

48,7%

der ca. 48,03 Mio.
Kenianer sind
Kinder.2

In Kenia gibt es

5 SOS-Kinderdörfer

mit mehr als 560 Kindern. Diese haben in über 69 SOS-Familien ein neues Zuhause gefunden.1

In ganz Afrika gibt es 147 SOS-Kinderdörfer.1

Rund

75 Kinder

finden im Kindergarten in Nairobi Betreuung und Förderung.
In ganz Afrika sind es 13.706 Kinder.1

1971

wurde das erste SOS-
Kinderdorf Kenias in
Nairobi eröffnet.1

Durch SOS-Kinderdorf
können mehr als

2.000

kenianische Kinder zur
Schule gehen. In ganz Afrika
sind es 55.027 Kinder.1

© SOS-Kinderdorf e.V. / Quellen: 1SOS-Kinderdorf, 2Statista, 2018

Spenden werden zum Beispiel für Folgendes eingesetzt:

Unterstützen Sie Kinder in Not in Afrika.
Schenken Sie Zukunft.

Malis Traum von Geborgenheit

„Viele arme Kinder sterben, weil sich niemand um sie kümmert.“

Interview mit Salimane Issifou, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Benin.
Viele Länder in Afrika weisen ähnliche Probleme auf: Armut, Mangelernährung und wenig Hilfe für Kinder und Familien. Auch in dem westafrikanischen Land Benin entscheidet die Lebenssituation der Kinder über ihre Zukunft.

1. Frage:

Erklären Sie bitte die zentralen Probleme, die Kinder und Familien in Benin haben.

Viele Kinder in Benin haben große Probleme, weil sie ohne elterliche Fürsorge sind. Diese Kinder leiden sehr. Manche werden Opfer von Kinderhändlern. Man verkauft sie ins Ausland, wo sie schuften müssen. Die meisten Probleme rühren daher, dass die Eltern arm sind und es viel Unwissen gibt. Viele wissen zum Beispiel nicht, dass Kinder Rechte haben. Sie missachten Kinderrechte. Viele Familien laufen Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren und auseinanderzubrechen. Oft hat die Armut mit seelischen und körperlichen Problemen zu tun. Darüber hinaus gibt es archaische Riten und Gebräuche, auch solche, die Kindesmord Vorschub leisten. Zum Beispiel bei den sogenannten „Hexenkindern“.

2. Frage:

Was heißt „arm sein“ in Benin?

Das bedeutet, weniger als einen Euro pro Tag und Person zum Leben zu haben. Unter diesen Bedingungen können sie keine gute Unterkunft finden, sich nicht angemessen ernähren und kleiden. Die Kinder können nicht zur Schule gehen und werden zum Sozialfall. Wenn sie nicht irgendwo aufgefangen werden, leben sie auf der Straße. Oft gibt man ihnen irgendetwas, das sie auf einem Markt verkaufen sollen. Viele dieser Kinder sterben, weil sich niemand um sie kümmert. Niemand bringt sie ins Krankenhaus, wenn sie krank werden. Und es gibt in diesem Land Leute, die menschliche Organe verwenden, um „Zaubermittel“ herzustellen. Das ist der Grund, weshalb Kinder sterben.

3. Frage:

Was unternimmt der Staat, um Kindern und Familien zu helfen?

Der Staat Benin hat sehr wenig Mittel. Deshalb stützt sich der Staat auf die Hilfe von Organisationen wie SOS-Kinderdorf. Der Staat und SOS arbeiten zusammen. Seit Februar 2018 gibt es zum Beispiel ein Pflegeeltern-Projekt. Zum ersten Mal überhaupt haben sich Familien zur Verfügung gestellt. Wer die entsprechenden Mittel hat, kann ein elternloses Kind aufnehmen.

4. Frage:

Können Sie die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und SOS-Kinderdorf noch näher erklären?

SOS-Kinderdorf ist als Experte nah an den staatlichen Stellen und berät sie. Beispielsweise gibt es im Rahmen des nationalen Adoptionsprogramms einen Berichterstatter, der an die Regierung berichtet. Das ist der National Director von SOS-Kinderdorf. Wir laden auch ausländische Experten ein. Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel Experten aus der Schweiz da, die den Staat im Bereich Kinderschutz beraten haben.

5. Frage:

Was genau besagen die Kinderrechte („Code d’Enfant“) von Benin?

Das ist ein sehr wichtiges Thema, an dem SOS-Kinderdorf großen Anteil hatte. Zehn Jahre lang haben mehrere Organisationen eine Erklärung zu Kinderrechten gefordert, ohne Erfolg. Als sich dann SOS-Kinderdorf der Sache angenommen hat und an die Abgeordneten der Nationalversammlung herangetreten ist, wurde der „Code d’Enfant“ beschlossen. Im Dezember 2015 hat ihn der Präsident der Republik offiziell verkündet. Aber der Großteil der Bevölkerung weiß nichts davon. Deshalb haben SOS-Kinderdorf und seine Partner die Kampagne „Le Benin au Rythme du Code de l’Enfant“ gestartet.
Jeder soll den „Code d’Enfant“ anwenden und die Lebensbedingungen der Kinder auf diese Weise verbessern.

6. Frage:

Welchen konkreten Effekt hat die Arbeit von SOS-Kinderdorf?

SOS-Kinderdorf verbessert heute das Leben von rund 3500 Kindern in Benin. Darunter solche, die ihre Familie ganz verloren hatten und solche, deren Familien von den Familienstärkungsprogrammen profitieren. Dank SOS wissen diese Familien jetzt besser, wie sie sich angemessen um ihre Kinder kümmern können. Wie Sie wissen, braucht man kein Diplom, um Kinder zu bekommen. Sogar in Deutschland nicht. Also bekommen Leute Kinder, ohne zu wissen, wie man sich angemessen um sie kümmert. Darüber hinaus erhalten die Menschen Zugang zu Kleinkrediten für wirtschaftliche Aktivitäten, die der Familie ein besseres Auskommen verschaffen. Im Rahmen des Familienstärkungsprogramms werden ungefähr 1.500 Kinder in 400 Familien unterstützt. Dies umfasst unsere Standorte in Abomey-Calavi, Dassa-Zoumé und Natitingou.

7. Frage:

Warum ist diese Form der Unterstützung notwendig?

Am Anfang hat SOS-Kinderdorf die Rolle einer Feuerwehr gespielt. Wenn die Familie auseinanderbrach, wenn die Eltern starben, hat man die Kinder aufgenommen. Dann ist man sich darüber klargeworden, dass man das eigentliche Problem nicht löste. Dass man Familien stärken muss, damit sie nicht auseinanderbrechen. Darüber hinaus hat man erkannt, dass man auch die Gemeinde, die Umgebung der Familien einbeziehen muss, dass auch diese Strukturen gestärkt und über Gesetze und Kinderrechte aufgeklärt werden müssen.

8. Frage:

Welche Rolle spielen Nichtregierungs-Organisationen in Benin?

Eine große, denn die staatliche Macht ist begrenzt, was ihre Ressourcen angeht. Das Budget des Sozialministeriums macht weniger als 0,05 Prozent des jährlichen Haushalts aus. Sie werden mir zustimmen, dass man mit diesem kleinen Etat nichts bewegen kann. Nichtregierungs-Organisationen bringen viel Geld ins Land. Sie arbeiten zusammen, auch mit dem Staat, um die Lebensbedingungen von Kindern und Familien zu verbessern. Und es gibt Zusammenkünfte in den Rathäusern, bei der Zentralregierung, um diese Aktivitäten zu koordinieren.

9. Frage:

Welche Ziele haben Sie ganz persönlich?

Ich kämpfe gegen eine Sache, die bei vielen Menschen in diesem Land in Vergessenheit geraten ist: Das Problem der sogenannten Hexenkinder. Immer noch sterben Kinder, werden Neugeborene getötet, weil sie in Steißlage geboren werden oder weil sie als Neugeborene schon Zähne haben. Wir haben ein Projekt in Parakou ins Leben gerufen, um diesen Kindern ein Zuhause zu geben. Es wäre wirklich großartig, wenn wir dieses Phänomen der Hexenkinder nach und nach ausrotten.

10. Frage:

Sie haben den „Dare4Care Award“ für die Einrichtung in Abomey-Calavi erhalten. Was unterscheidet Sie von anderen SOS-Kinderdörfern?

Dieser Preis zeichnet in der ganzen Welt Kinderdörfer aus, die besonders innovativ sind. So haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich manche Kinder besser entwickeln, wenn sie mit ihrer Kinderdorffamilie in ihrer Gemeinde bleiben und nicht ins Kinderdorf gehen. Darüber hinaus gibt es ein Programm namens Telemedizin für Gemeinden, in denen es weder ein Krankenhaus noch einen Arzt gibt. Dorthin schicken wir Handys, um so Informationen über den Gesundheitszustand von Kindern zu sammeln. Die Aufnahmen werden an Ärzte gesendet, die in Deutschland oder in Benin sitzen und dann entscheiden können, wie die Kinder zu behandeln sind. Das ist einzigartig in Benin, und es ist die erste SOS-Landesniederlassung weltweit, die diesen Ansatz verfolgt.

11. Frage:

Was bedeutet diese Auszeichnung für Ihre zukünftige Arbeit?

Mit diesem Preis haben die SOS-Mitarbeiter bestätigt bekommen, dass ihre Arbeit gut ist. Er ermutigt uns, unsere Arbeit noch besser zu machen. Er bestätigt uns in unserem Tun und zeigt uns, dass wir auf unserem Weg weitergehen und die Dinge immer noch ein Stückchen besser machen können.

Spenden Sie für einen fairen Start ins Leben

Viele Familien haben immer weniger finanzielle Mittel, um an dem Leben teilzuhaben, das um sie herum stattfindet. SOS-Kinderdorf sorgt mit Ihrer Unterstützung für benachteiligte Kinder.

*Name und biographische Details zum Schutz der betroffenen Personen geändert.

Copyright Headerbild: © SOS-Kinderdorf e.V. / Maurice Ressel