Gemeinsam stark für Familien
Mit dem Start der Kinder- und Familienzentren (KiFaZ) und der Servicestelle KiFaZ M-V geht Mecklenburg-Vorpommern seit Anfang 2025 einen wichtigen Schritt, um Familien noch gezielter, niedrigschwelliger und lebensnah zu unterstützen. Besonders wirksam ist dabei die enge Verzahnung von Kita und Familienzentrum – ein Ansatz, der bereits in vielen anderen Bundesländern umgesetzt wird und den das SOS-Kinderdorf Vorpommern nun landesweit mitgestaltet.
Das Projekt wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) gefördert.
Warum Kita + Familienzentrum so besonders ist
Das KiFaZ-Modell schafft Orte, an denen Familien Unterstützung dort finden, wo sie ohnehin täglich sind: in der Kita. Eltern müssen keine zusätzliche Beratungsstelle aufsuchen, keine Hürden überwinden, keine langen Wege einplanen. Stattdessen entsteht ein Alltags-Ort für Betreuung, Austausch, Entlastung und Teilhabe.
„Ich bin so froh, dass ich nach dem Bringen meiner zwei größeren Kinder einfach hier im Haus bleiben kann. Direkt mit dem Baby in die Krabbelgruppe – ohne Stress, ohne weite Wege. Ich bin oft allein mit meinen Kindern zu Hause. In der Gruppe mag ich am meisten: Das Baby kann spielen und ich kann reden. Am Anfang bin ich immer noch ein bisschen ruhig. Aber sobald mich jemand fragt, wie es mir geht, fange ich an zu erzählen. Es tut so gut, dass ich hier sein kann.“
Mutter, die das Angebot im KiFaZ nutzt
Diese unmittelbare Nähe ermöglicht frühzeitige Entlastung und Hilfe, stärkt Beziehungen und trägt dazu bei, dass Herausforderungen gar nicht erst groß werden. Gleichzeitig fördern KiFaZe Gemeinschaft: Eltern begegnen sich, finden Ansprechpersonen und erleben, dass sie nicht allein sind.
Alle KiFaZ-Einrichtungen arbeiten sozialraumorientiert und öffnen sich damit auch für Menschen aus der nahen Umgebung, deren Kinder nicht in der Kita betreut werden. So finden auch diese im KiFaZ einen Ort für Gemeinschaft, Begegnung und Unterstützung.
Die Servicestelle KiFaZ MV: Qualität, Unterstützung, Vernetzung
Die landesweite Servicestelle bei SOS-Kinderdorf Vorpommern bildet seit Anfang 2025 ein fachliches Zentrum, deren Mitarbeiter*innen Kommunen, Einrichtungen und Fachkräften zur Seite stehen. Die Kolleg*innen entwickeln Standards, begleiten die KiFaZ im Land bei ihrem Entwicklungsprozess und sorgen dafür, dass die Angebote in allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns verlässlich und wirksam umgesetzt werden.
„Unser Ziel ist es, dass jedes KiFaZ den Bedürfnissen der Familien vor Ort entspricht. Dabei sind alle Familien in den KiFaZen willkommen. Wir stehen den Fachkräften und Trägern zur Seite, um sie auf diesem wichtigen Weg fachlich zu begleiten“,
erklärt Christina Knaut, eine Kollegin aus der Servicestelle. Sie erzählt weiter:
„Wir unterstützen, beraten, vernetzen und tragen dazu bei, dass die zahlreichen guten Ideen zu guten Angeboten werden. Die meisten Einrichtungen arbeiten schon lange mit KiFaZ-Elementen. Wir haben also eine ressourcenreiche Ausgangssituation und können auf vielen vorhandenen Elementen aufbauen.“
Wirkung, die Familien spürbar entlastet
Die Kombination aus Kinderbetreuung, Beratung, Familienbildung und sozialer Unterstützung unter einem Dach hat eine deutliche sozialpräventive Wirkung. Familien finden frühzeitige Orientierung, Entlastung im Alltag und einen Ort, der ihnen Stabilität gibt.
Hannes Masloboy, Bereichsleiter der Familienzentren beim SOS-Kinderdorf Vorpommern, sagt:
„Die KiFaZe sind ein bedeutender Schritt in die Zukunft unserer Familienarbeit. Sie schaffen echte Nähe, senken Barrieren und verbinden pädagogische Arbeit mit lebenspraktischer Unterstützung. So erreichen wir Familien genau dort, wo sie Kraft brauchen – und geben ihnen die Möglichkeiten, ihr Familienleben zu stärken.“
Gemeinsam für eine starke Familienlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern
Bis 2028 entstehen in Mecklenburg-Vorpommern mindestens 16 KiFaZe – begleitet, koordiniert und fachlich unterstützt durch die Servicestelle des SOS-Kinderdorfes Vorpommern. Damit wächst ein landesweites Netzwerk, das Familien nachhaltig stärkt und Kitas zu lebendigen Orten der Begegnung, Beratung und Mitgestaltung in den Sozialräumen macht.
