Aktuelles

Bewegt gegen Rassismus

09. Mai 2023

Bericht zur Internationalen Woche gegen Rassismus an der Kaufmännischen Schule Geislingen

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat die Kaufmännische Schule Geislingen (KSG) eine Aktionswoche gegen Rassismus durchgeführt.  Vom 20.03.23-24.03.23 fanden in nahezu allen Vollzeitklassen Veranstaltungen dazu statt.
Hauptbestandteil war das Präventionsprojekt „Achtung?!“, das wir dankenswerterweise vom Polizeipräsidium Ulm und Konex erhalten haben. Zu den Mo­du­len von ACH­TUNG?! ge­hö­ren u. a. ein in­ter­ak­ti­ves Thea­ter­stück in­klu­si­ve Nach­be­rei­tung, so­wie die Welt­ethos-Aus­stel­lung „Welt­re­li­gio­nen, Welt­frie­den, Welt­ethos“. Ne­ben den Schü­le­rin­nen und Schü­lern rich­tet sich die Prä­ven­ti­ons­ar­beit auch an päd­ago­gi­sche Fach­kräf­te und El­tern, die In­for­ma­tio­nen zu ex­tre­mis­ti­schen Grup­pie­run­gen und de­ren Vor­ge­hens­wei­sen er­hal­ten.
Das Theaterstück wurde vom Präventionstheater Q-rage aus Ludwigsburg aufgeführt. Dazu konnte die Schule die benachbarte Rätschmühle e.V. als Veranstaltungsort anmieten, um möglichst vielen Klassen den Besuch zu ermöglichen. So konnten in zwei auf einander folgenden Vorführungen ca. 170 Schülerinnen und Schüler erreicht werden.
Die pädagogischen Nachbereitungsworkshops wurden von InsideOut aus Stuttgart sehr professionell und schülernah umgesetzt. Die Klassen der Wirtschaftsschule und des Berufskollegs 1 haben intensiv einzelne Szenen des Theaterstücks besprochen und erarbeitet, wie es zur Radikalisierung kommen konnte und wie radikale Gruppierungen vorgehen, um neue Mitglieder anzuwerben. Die Rückmeldungen von den Schüler*innen und auch von den begleitenden Lehrer*innen waren durchweg positiv. 
In einer Gesamtlehrerkonferenz erhielten die Lehrer*innen allgemeine Informationen über Extremismusprävention und Radikalisierungstendenzen durch das Referat Prävention des Polizeipräsidiums Ulm.

Ausstellung zu Weltreligionen

Die Ausstellung zu den Weltreligionen stand sehr zentral im Eingangsbereich und konnte von allen Schüler*innen angeschaut werden. Viele Klassen haben die Ausstellung gezielt mit ihren Lehrer*innen besucht und die Inhalte im Unterricht weiter diskutiert. Die Ausstellung wurde von einem Infotisch mit Broschüren zum Thema Religionen und Rassismus ergänzt. Sehr schön waren auch die Vorträge einzelner Berufsschulklassen in der Ausstellung.
Um auch den Klassen des Wirtschaftsgymnasiums das Thema näher zu bringen, fanden hier Workshops von Team meX aus Stuttgart statt. Dabei beschäftigten sich drei Klassen mit Verschwörungstheorien.

Highlight: Besuch von Juandalynn Abernathy

Ein weiteres Highlight war der Besuch von Juandalynn Abernathy, der Patentochter von Martin Luther King. An Hand von privaten Bildern erzählte sie vor ca. 50 Schüler*innen aus ihrem Leben in den Südstaaten der USA in den 1950er und 1960er Jahren an der Seite ihres Onkels.
Beendet wurde unsere Aktionswoche mit der Fotoaktion der Stiftung gegen Rassismus.

Fazit:

Viele Schüler*innen äußerten sich sehr positiv zu dieser Aktionswoche und betonten, wie gut sie es fanden, dass die Schule dafür so viel Zeit und Raum zur Verfügung gestellt hat.
Die Kaufmännische Schule hat ca. 820 Schüler*innen aus 30 Nationen. 300 Schüler*innen haben einen Migrationshintergrund, ca. 100 Schüler*innen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Dass die Aktionswoche auch an die Lebensrealitäten der Schüler*innen angeknüpft hat wurde daran deutlich, dass in den Workshops Schüler*innen immer wieder von ihren eigenen Erlebnissen mit Alltagsdiskriminierungen berichteten.
Ermöglicht wurde diese umfangsreiche Aktionswoche durch die Planungsgruppe (bestehend aus zwei Lehrer*innen und der Schulsozialarbeiterin) und durch die große Unterstützung der Schulleitung.
Isabel Leibfarth
(Schulsozialarbeiterin an der KSG)