Team Schneewittchen
Wie Sophia Rehm und Stefanie Johler Menschen mit Essstörungen begleiten

„Wir sagen Ja zur Person“

Wenn Menschen den Weg zu Schneewittchen – Beratung bei Essstörungen finden, haben sie oft bereits einen langen Leidensweg hinter sich. Umso wichtiger ist es, dass sie schnell und unkompliziert Unterstützung erhalten – ohne Überweisung, ohne Krankenversichertenkarte und auf Wunsch auch anonym.
Genau dafür setzen sich Sophia Rehm und Stefanie Johler jeden Tag ein. „Ich möchte mit Menschen arbeiten und einen Beitrag leisten, damit es ihnen besser geht“, sagt Stefanie Johler.
Für beide steht fest: Hinter einer Essstörung steckt weit mehr als das Essverhalten. „Die Essstörung ist nicht der Feind, sondern ein Lösungsversuch für ein tieferliegendes Problem“, erklärt Sophia. Deshalb geht es zunächst darum, zuzuhören, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam herauszufinden, was die Betroffenen wirklich belastet. „Wir sagen Nein zum Verhalten, aber Ja zur Person.“

Kleine Schritte mit großer Wirkung

Die Begleitung ist so individuell wie die Menschen, die Hilfe suchen – in Einzelgesprächen, bei Spaziergängen oder alltagsnahen Unterstützungsangeboten. „Beim Spazierengehen entstehen oft besonders offene Gespräche. Viele Menschen können sich in Bewegung leichter öffnen“, erzählt Sophia.
Wie viel kleine Impulse bewirken können, erlebt auch Stefanie immer wieder. Eine junge Klientin begann nach dem ersten Gespräch, jeden Tag einen positiven Moment aufzuschreiben und in einem Glas zu sammeln. Daraufhin sagte sie: „Ich habe wieder mehr Hoffnung.“
Auch Sophia erhielt nach langer Begleitung eine E-Mail von einer ehemaligen Klientin. Sie bedankte sich für die Unterstützung, ohne die sie es nicht geschafft hätte. und erzählte, dass sie sich ihren Traum von einem eigenen Hund erfüllt habe. „Das hat mich sehr berührt. Eine Zeit lang hatte sie sich selbst das Träumen verboten.“

Hoffnung beginnt mit einem Gespräch

Neben der Beratung organisieren Sophia und Stefanie Präventionsveranstaltungen und Fortbildungen und arbeiten eng mit anderen Fachstellen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Menschen mit Essstörungen sollen frühzeitig die Hilfe erhalten, die sie brauchen.
Denn oft beginnt Veränderung mit einem einzigen Gespräch. Oder, wie Stefanie Johler sagt: „Aus einem ersten Gespräch entstehen neue Perspektiven, aus Unsicherheit werden konkrete Schritte und aus dem Gefühl, nicht allein zu sein, wächst neue Zuversicht.“

Schneewittchen – Beratung bei Essstörungen